Zwei Hotelaufenthalte, viele Überraschungen – und einige Lektionen für die nächste Buchung.

Vor meiner Reise „Stricken und Meer“ brauchte ich für eine Nacht ein Hotel in Hamburg. Nach der Reise wollte ich noch zwei Tage bleiben, eine Freundin treffen und endlich einmal die Elbphilharmonie sehen. Die Unterkünfte buchte ich wie gewohnt über Booking.com – ohne zu ahnen, wie viele Pleiten, Pech und Pannen mich erwarten würden.

Erster Versuch: Hotel Garner am Hauptbahnhof

Für die Nacht vor der Abreise entschied ich mich für das Hotel Garner an der Kirchenallee. Die Lage schien ideal: direkt am Hauptbahnhof und nur wenige Schritte vom ZOB entfernt, an dem unsere Reise startete. Laut Booking.com hatte ich ein gemütliches Doppelzimmer gebucht.

Die Realität sah anders aus. Mich erwartete ein winziges Zimmer mit einem unangenehmen Geruch. Ich reklamierte sofort an der Rezeption, doch dort hieß es lediglich, Booking.com zeige häufig die falsche Zimmerkategorie an. Ein Wechsel sei nicht möglich.

Auch das teurere Doppelzimmer meiner Freundin wirkte alt und hatte mit den Fotos auf der Buchungsplattform wenig gemeinsam. Dazu kam die Lage: Rund um den Hauptbahnhof begegneten uns viel sichtbare Armut, offener Drogenkonsum und aufdringliches Betteln. Gerade als allein reisende Frau fühlte ich mich dort nicht wohl.

Zweiter Versuch: The Scotty Hotel Hamburg

Für die Tage nach der Reise suchte ich deshalb bewusst ein anderes Hotel aus: The Scotty Hotel Hamburg. Es liegt noch immer in Laufweite von Hauptbahnhof und ZOB; auch die nächste S- und U-Bahnstation ist schnell erreicht. Leider fühlte ich mich in der Umgebung ebenfalls unwohl, sodass ich darauf achtete, am frühen Abend zurück im Hotel zu sein.

Drei Zimmer, bis es einigermaßen passte

Schon der Check-in wurde zur Geduldsprobe. Ich hatte um ein ruhiges Zimmer und Allergiker-Bettzeug gebeten. Das erste Zimmer hatte jedoch eine Verbindungstür – und nach früheren Erfahrungen weiß ich, wie hellhörig solche Zimmer sein können. Außerdem bestand das Bettzeug aus Federn.

Also zurück zur Rezeption. Das zweite Zimmer lag direkt am Aufzug und zeigte zur lauten Hauptstraße. Wieder ging es nach unten. Aller guten Dinge sind drei: Das nächste Zimmer lag im hinteren Teil des Hotels. Allergiker-Bettzeug gab es dort allerdings ebenfalls nicht. Eine Mitarbeiterin brachte mir schließlich ein Laken und erklärte, damit sei das Problem gelöst.

Frieren trotz Klimaanlage

Das Zimmer war sehr kalt, denn die Klimaanlage war nicht zum Heizen freigeschaltet. Eine klassische Heizung gibt es offenbar nicht. Nach mehreren Nachfragen erhielt ich zusätzliche Laken und Handtücher – trotzdem musste ich in Kleidung schlafen. Denn die Vorstellung, die Klimaanlage die ganze Nacht laufen zu lassen, war für mich keine angenehme Alternative. Man ist dann nach der Nacht so ausgetrocknet wie eine Mumie.

Besonders irritiert hat mich die Aussage, Allergiker-Bettzeug sei lediglich ein unverbindlicher Wunsch. Für mich ist das keine Komfortfrage, sondern Gesundheitsvorsorge. Wer auf eine bestimmte Ausstattung (z. B. Barrierefreiheit) angewiesen ist, sollte vor der Anreise eine klare Zu- oder Absage erhalten.

Geschlossene Bar und dunkle Lounge

Weil meine Freundin und ich am ersten Abend früh zurück im Hotel waren, wollten wir noch etwas trinken. Die Bar war jedoch geschlossen. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass sie sonntags und montags schon länger nicht öffnet – obwohl ich noch am selben Tag eine E-Mail vom Hotel mit einem Hinweis auf die geöffnete Bar erhalten hatte.

Am nächsten Tag bekam ich endlich Allergiker-Bettzeug, und auch die Bar war geöffnet. Gemütlich sitzen und lesen ging trotzdem nicht: Bar und Lounge waren so dunkel, dass Lesen nahezu unmöglich war. Auch auf dem Zimmer fehlte eine bequeme Sitzgelegenheit. Da blieb nur das Lesen auf dem Handy und dabei einen Pimm’s genießen.

Das Bad als unfreiwilliges Highlight

Der eigentliche Höhepunkt wartete im Badezimmer. Dort hing tatsächlich ein Bild, das mich stutzig machte – kein Scherz:

Ich fragte mich, wie man eine Deckendusche zur Wand richten sollte und entschied mich, sie nicht zu Nutzen. Vorsichtshalber baute ich vor dem Duschen einen kleinen Damm aus Handtüchern. Genützt hat es wenig: Das Wasser spritze trotzdem bis zur Tür, allerdings verhinderte der Damm das Überfluten des Flurs.

Beim genaueren Hinsehen folgten weitere Überraschungen. Der Toilettensitz wirkte schief montiert, und das Handwaschbecken hatte einen Sprung. In diesem Bad schien wirklich alles zusammenzukommen.

Was trotzdem positiv war

Zur Ehrenrettung des Hotels: Das Personal war bemüht, das Frühstück war gut und mein Zimmer war sauber. Gerade deshalb ist es schade, dass Organisation, Kommunikation und Ausstattung den Aufenthalt so stark überschattet haben.

Mein Fazit: genauer hinsehen und direkt nachfragen

Meine beiden Aufenthalte haben mir gezeigt, wie groß die Lücke zwischen Buchungsplattform und Wirklichkeit sein kann. Booking.com sollte Zimmerkategorien und Fotos verlässlicher prüfen. Hotels wiederum sollten besondere Anfragen verbindlich bestätigen oder rechtzeitig absagen – besonders dann, wenn gesundheitliche oder barrierefreie Anforderungen betroffen sind.

Hamburg selbst habe ich diesmal anders erlebt als früher. Viele Leerstände und Baustellen prägen das Stadtbild, sogar mein geliebter Pavillon am Jungfernstieg war im Umbau. Gleichzeitig bleibt der Nahverkehr ein großer Pluspunkt: Die Verbindungen sind eng getaktet, und meist wartet man nur wenige Minuten.

Das nehme ich für künftige Hotelbuchungen mit

  • Die Umgebung des Hotels vor der Buchung genauer prüfen.
  • Aktuelle Gästefotos mit den offiziellen Bildern vergleichen.
  • Allergiker-Bettzeug direkt beim Hotel anfragen.
  • Nur buchen, wenn wichtige Anforderungen schriftlich bestätigt werden.
  • Zur Sicherheit weiterhin mein eigenes Kissen mitnehmen.

Meine nächste Hamburg-Reise werde ich also etwas anders planen. Die Freude am Reisen lasse ich mir von diesen Erfahrungen trotzdem nicht nehmen – aber bei Hotelbeschreibungen schaue ich künftig lieber einmal mehr hin.