Reise nach Potsdam und Berlin

Vom 05. bis 07. Juli 2026

Überlegungen und Planung

Leider fielen meine Englandreisen mangels Teilnehmer aus und ich überlegte mir, dass ich meinen Wunsch Potsdam in Ruhe zu Besuchen und einen Termin in Berlin wahrzunehmen doch jetzt mal umsetzen könnte. Gleichzeitig habe ich das Glück sehr nette Reisebekanntschaften und eine Ex-Kollegin in Potsdam und Berlin habe. Also ging das Planen los. Zugverbindung, Hotels, Termine mit den Freundinnen, Besuche von Museen und Nahverkehr. Eine Woche ganz aus dem Nichts zu planen und zu buchen, macht schon Arbeit, da lernt man die Reisen, z. B. mit dem Kulturverein zu schätzen. Ich wollte das aber bewußt selber planen, damit ich auch mal Zeit und Muße habe, die Städte und das übervolle Angebot zu genießen. Also, auf geht’s!

Anreise – von Erlangen nach Berlin

Morgens stand ich auf unserem Bahnhof in Erlangen und pünktlich kam der ICE nach Berlin. Eine Direktverbindung ohne Umsteigen. Er kam auch pünktlich in Berlin an und ich war erstmal erstaunt, wie riesig der Bahnhof ist. Über drei Etagen kommen hier die ICE, Regionalbahnen und S-Bahnen an. Nachdem ich vom Keller in die dritte Etage mir funktionierende Rolltreppen suchen musste, saß ich in der S-Bahn nach Potsdam. Leider wurde die Fahrt unterbrochen, weil sich Personen auf den Gleisen befanden. Gottseidank, konnte die Polizei dem Spuk schnell ein Ende bereiten, sodass die nächste S-Bahn wieder nach Potsdam fahren konnte. In Potsdam angekommen, fand ich einen Fahrkartenautomaten und die richtige Tram, um in mein Hotel zu fahren. Das letzte Stück Fußweg war allerdings eine Herausforderung, so schön die Potsdamer/Berliner Pflasterung ja ist, so schrecklich ist sie für Kofferräder.  Von Tür zu Tür hat die Reise 5 Stunden gedauert, ich finde, das wäre mit Auto auch nicht viel schneller gewesen, vielleicht etwas komfortabler wegen des Gepäcks. Ich checkte im Dorint Hotel ein und der nette Herr an der Rezeption tippte und tippte auf seinem Computer, ich dachte, er fand meine Reservierung nicht. Nein, er suchte für mich ein Zimmer, wo man das Fenster öffnen konnte und ich bekam dadurch ein kostenloses Upgrade, ein großes, schönes Zimmer mit frischer Luft – vielen Dank dafür!

Nach einer Kaffee- und Kuchen-Pause bei Antje, meine Strickfreundin von der Reise „Stricken und Meer“, fuhr sie mich spontan zum Karl-Förster-Garten, weil der wirklich nicht einfach mit Öffentlichen Verkehrsmittel und zu Fuß zu erreichen ist. Ich war sehr begeistert von der Anlage und den Pflanzen, im Garten meines Idols zu stehen, war schon besonders. Den Garten beschreiben ich dann noch auf meinem Gartenblog. Sie hat mich anschließend in der Stadt abgesetzt, dort habe ich allein zu Abend gegessen und bin zurück zum Hotel spaziert. Noch ein bisschen Erholung auf dem Hotelzimmer und dann fielen mir die Augen zu.

Tag 2 Potsdam 

Also mit einem total verregneten Tag, der auch noch kühl war, hatte ich nicht gerechnet, die Regenjacke hing zuhause! Tapfer bin ich mit Regenschirm durch die Stadt gelaufen, eine sehr schöne Stadt, trotz der vielen Baustellen. Das erste Highlight war mein Besuch im Museum Barberini, das trotz der vielen Besucher eine Oase der Ruhe ist. Das Haus ist so angenehm, die Farbgestaltung mit grauen oder blauen Wänden bringt die Bilder so gut zu Geltung. Die Menschen sind in ihren Favoriten versunken und es herrscht eine andächtige Stille. Die Bilder von Monet waren meine Favoriten und ich habe das sehr genossen. Das Museum hat auch einen schönen Shop, man kann kostenlos seine Sachen einschließen (das muss man auch) und Toiletten sind sauber und ebenfalls kostenlos.

Nach kurzer Pause holte mich Antje vom Hotel ab und wir fuhren zur Freundschaftsinsel um uns ein Musical, das von Schülern veranstaltet wird, anzusehen. Sehr lustig, insbesondere weil wir alle in Regenponchos gehüllt waren, das Wetter wollte einfach nicht besser werden. Ein kleiner Abendspaziergang über die Insel und ab zum leckeren Asiaten, ein gutes Abendessen und zurück ins Hotel. Auch in dieser Nacht schlief ich gut.

Tipp:

Einige der Sehenswürdigkeiten Lissabons, habe ich bereits in meinem Reisebericht 2024 beschrieben:

ZUM BLOGBEITRAG

Tag 3 Potsdam

Für mich stand heute das Schloss Sansouci auf dem Plan, leider wieder im Regen. Der Eintritt für das Schloss kostet EUR 14 und ich finde, das ist echt teuer, denn man kann eigentlich nur im Haupthaus die Räume besichtigen. Keine Möglichkeit die Sachen einzuschließen, man dampft mit regennasser Kleidung vor sich hin, den Rucksack auf dem Bauch, Handy in der einen Hand, das klebrige Audio-Handteil in der anderen. Kein Genuss, weil so viele Menschen zeitgleich im Schloss sind, trotz Zeitfenster. Wenn man noch etwas anderes im Park oder Schloss sehen will, kostet das alles extra. Ganz schlecht sind die Sanitäranlagen gelöst, die gibt es nur am Eingang des riesigen Parkes, sie stinken und kosten noch 0,50 EUR Eintritt. Ein starker Kontrast zu dem Museum gestern. Der Park ist wunderschön, aber so richtig Spaß hatte ich im Regen bei aufgeweichten Wegen nicht, sodass mein Besuch recht kurz war.

Am Nachmittag traf ich mich wieder mit Antje und sie lief heute zur Hochform auf. Wir fuhren zum Wissenschaftsberg nach Golm und sie erzählte mir viel von den Forschungen, sowohl zur Zeiten Einsteins, als auch zur DDR-Zeiten. Dort sieht man u. a. den Einstein-Turm und eine Optische Telegraphenlinie, die von 1832 bis 1849 per Zeichen die Info von Potsdam nach Köln übermitteltet. Auch heute sind in diesem Wissenschaftspark renommierte Forschungsinstitute wie das Max-Planck, Frauenhofer und Alfred Wegener-Institute dort tätig. Nach einem leckeren Abendessen beim Italiener in Babelsberg, ging es noch zu einem Spaziergang entlang der Havel zum Schloss Babelsberg. Als das sichtbar wurde, meinte ich sofort „Klein-Windsor“. Das Schloss und die Gartenanlagen sind traumhaft schön und erst der Ausblick auf die Glienickerbrücke. Antje erklärte, dass dort die BRD/DDR-Agenten ausgetauscht wurden. Wieder ein Teil der deutschen Geschichte, die man mal nachlesen sollte. Dann meinte sie, jetzt müssten wir aber noch zum Schloss Cecilienhof, das muss ich noch gesehen haben. Und wirklich es lohnte sich. Die Bauweise des Hauses erinnerte mich ganz klar an Great Dixter oder auch das Haus im Garten Wisley. Leider wird das Schloss renoviert und ich habe mir fest vorgenommen, das noch mal anzusehen, wenn es fertig ist.

Um 21.00 Uhr hat mich Antje erschöpft, aber glücklich am Hotel abgesetzt. Der Tag war für mich auch deshalb so wertvoll, weil Antje ein Zeitzeugin ist und einfach eine gute und kompetente Erzählerin ist. Falls sie mal in Rente eine Beschäftigung brauchen sollte, sie wäre eine gute Gästeführerin.

Tag 4 Potsdam

Nanu, ein fremder Planet am Himmel? Tatsächlich schien die Sonne, zwar war es noch frisch, aber trotzdem fing der Tag doch ganz anders an. Ich fuhr zum Hafen und traf mich mit meinen Mitreisenden von der Hurtigrutenreise, Ulrike und Angela. Welche Freude die Beiden wiederzusehen. Wir buchten uns die Havelrundfahrt, aber leider war es an Deck viel zu stürmisch, sodass wir uns in den Bauch des Schiffes geflüchtet haben. Dort hatten wir uns dann viel zu erzählen, da war die Havel dann etwas zweitrangig. Anschließend spazierten wir über die Freundschaftsinsel und erfreuten uns an den schönen Blumenbeeten, übrigens auch nach Karl-Förster gestaltet. Nach einer Stärkung ging es ins holländische Viertel und wir ließen den Tag bei Kaffee, Kuchen und Aperol Spritz ausklingen. Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen, wieder eine gemeinsame Reise zu machen, gerne auch wieder mit der Hurtigrute. Auf Antje’s Anraten spazierte ich auf dem Rückweg noch durch das russische Viertel – der Alexandrowka. Die Geschichte dazu, findet ihr hier. https://www.potsdam.de/de/russische-kolonie-alexandrowka

Ein letztes Glas Wein im Hotel und schon war die Zeit in Potsdam um.

Tipp:

Hotel Dorint Potsdam

  • schönes Zimmer
  • nettes Personal
  • das Frühstück mit großer Auswahl und geschmacklich super
  • angenehme Hotelbar und angeschlossenen Terrasse
  • Schwimm- und Fitnessbereich, leider nicht genutzt
  • Parkplatz und Tiefgarage
  • Gute Anbindung mit Bus und Bahn

Tag 5 Berlin

Mein Umzug nach Berlin ging einfach von Statten, mit der Tram zum Bahnhof und dann mit der S-Bahn zum Bahnhof Friedrichstraße. Dort wieder das „Spielchen“ finde eine Rolltreppe oder einen Aufzug. Dann noch die Schwierigkeit, welche Ausgang für zu meinem Hotel Leonardo und das Pflaster nicht zu vergessen. Etwas verschwitzt kam ich im Hotel an und konnte meinen Koffer unterstellen. Ich machte mich dann auf zum Sightseeing, das Regierungsviertel, Brandenburger Tor und die Straße „Unter den Linden“ sind fußläufig entfernt. Zurück mit müden Füßen habe ich erstmal ein kleinen Mittagssnack genommen und dann mein Zimmer bezogen. Was für ein Abstieg! Das Zimmer war so schmal, dass ich mich am Fußende des Bettes entlang quetschen musste. Ich fand auch keinen Platz, wo ich den Koffer aufklappen konnte, also musste das Bett herhalten. Das Bett war auch ein wenig „Hängematte“, aber ich konnte trotzdem gut schlafen. Abends traf ich mich mit meiner lieben Ex-Kollegin Tanja und wir gingen aufs Medienschiff „Pioneer One“ und hatten einen tollen Abend mit Sonne, leckerem Essen und Trinken auf der Spree.

Tag 6 Berlin

Heute stand wieder Kultur auf meinem Programm. Ich ging zur Museumsinsel und startete mit der ägyptischen Ausstellung im Neuen Museum. Vier Etagen mit Exponaten aus meiner Lieblingsgeschichtsepoche. Natürlich hat mich die Nofretete voll in ihrem Bann gezogen, was für eine wunderschöne Frau und eine feine gearbeitete Büste. Das Museum ist sehr weitläufig und obwohl viele Besucher in dem Haus sind, ist es eine Oase der Ruhe im trubeligen Berlin.

Eigentlich war ich mit diesen Eindrücken schon überfüllt, aber meine Museumsinsel-Tagekarte machte ich möglich, dass ich ins Bode-Museum gehen konnte und mir das Porträt von Angela Merkel ansehen konnte. Es gab überhaupt keinen Andrang, sodass ich es in Ruhe betrachten konnte. Ich finde der junge Künstler Jérémie Queyras hat sie gut getroffen. Auch das Bode-Museum ist ein Besuch wert, obwohl der Ausstellungsschwerpunkt nicht mein Interesse ist. Allein das Gebäude und wie die Exponate dort präsentiert werden, ist ein Besuch wert.

So, nachdem gegenüber das Pergamon Panorama Museum ist, musste ich da auch noch unbedingt rein. Diese Installation ist es auf jeden Fall wert, besucht zu werden. Die Lichtinstallation, die Klänge, die Musik, die Tag und Nacht-Szenerie erweckt beim Besucher im alten Pergamon zu sein und Anteil am Leben der Menschen dort zu haben.

Den Abend verbrachte ich allein und hatte zum ersten Mal den Eindruck, dass man mir an einem Freitagabend ungern an Frau alleine einen Tisch verschwenden wollte. Ich bin dann ins Hotel und fand heraus, dass die Frühstücksterrasse auch abends zur Verfügung stand. Ich saß dort bei meinem Getränk noch eine Stunde und habe meinen Krimi ausgelesen, eine Oase der Ruhe in der Großstadt Berlin.

Tipp:

Hotel Leonardo

  • sehr zentral gelegen, direkt am S-Bahnhof Friedrichstrasse
  • kleines Zimmer, aber alles vorhanden was man brauchte, sauber
  • Hotelbar im Durchgang, Klimaanlage sehr kalt, daher ungemütlich
  • schöne Terrasse im Innenhof
  • nettes Personal
  • Frühstück auch lecker, schöner Raum

Tag 7 Rückreise

 Da mich der Bahnhof bei der Ankunft so fasziniert hatte, fuhr ich eine Stunde früher dorthin, um mich mal in Ruhe umzuschauen. Na ja, Ruhe war wohl nichts, es war Ferienbeginn in Berlin. Dann hatte mein Zug noch Verspätung, die sich auf 45 Minuten hochsummierte, aber das war mir dann auch egal, als ich einen Sitzplatz am Gleis gefunden hatte.

Am Ende kam ich mit 1 Stunde Verspätung in Erlangen an und war doch froh im beschaulichen Möhrendorf ganz ruhig auf der Terrasse zu sitzen. Ich finde diese Abwechslung macht mein Leben aus.

Fazit:

Eine Reise selber planen und buchen macht viel Spaß, aber auch Arbeit. Anreise mit der Bahn ist zwar im Zug komfortabel, aber die Schlepperei des Koffers an den Bahnhöfen kann eine Herausforderung sein. Wenn man ohne Gruppe fährt, kann man sich entspannt beim Frühstück Zeit lassen, es fährt ja kein Bus ab. Oder man bleibt halt so lange irgendwo, wie es einem gefällt. Der Nachteil ist die Einsamkeit bei den Mahlzeiten oder kein Austausch über das Gesehen (es sei denn man hat so nette Freundinnen vor Ort). Übrigens ist das auch nicht billiger, mich hat die Woche sogar etwas mehr gekostet, wie die Reise im Mai mit dem Kulturverein und dabei hatte ich jetzt keine Führungen gebucht.

Würde ich es wieder machen, ein ganz klarer „Ja“, denn ich kann nicht erwarten, dass die Veranstalter genau das anbieten, was ich sehen will, deshalb werde ich auch weiterhin etwas ganz allein machen.  Aber trotzdem freue ich mich schon auf die nächste Reise mit dem Kulturverein mit „All-inklusive“.

Potsdam – Berlin Standortreise

Reise-veranstalter

Ich 😉

Reisedatum:

5. – 11. Juli 2026

Saison:

Sommer

Reiseart:

Selber Organisiert mit Bahn, Bus und Tram

Pluspunkte –

Was mir besonders gut gefallen hat:

Pluspunkte - was mir besonders gut gefallen hat:
  • Genau das gebucht, was ich auch sehen wollte

  • Schöne Treffen mit Freundinnen

  • Private Gästefüherin

  • Viel Zeit beim Frühstück

Minuspunkte –

Was weniger gut war

Minuspunkte - was weniger gut war:
  • Alleine Essen
  • Koffer schleppen an Bahnhöfen
  • Unzuverlässigkeit der Bahn

Neutrale Punkte –

Kann gut o. schlecht sein, je nach Erwartung

Neutral / Geschmackssache
  • Das Leonardo Hotel war nicht so schön, aber gut gelegen

  • Schloss Sansouci