Lüneburger Heide im Mai – Natur, Geschichte und blühende Heideflächen
Vom 11. bis 16. Mai 2026 ging es für mich in die Lüneburger Heide. Ich hatte mich schon lange auf diese Reise gefreut, denn die Heide stand schon länger auf meiner Wunschliste. Viele verbinden die Region nur mit der Heideblüte im August oder September, aber auch im Frühjahr hat die Landschaft ihren ganz eigenen Reiz. Frisches Grün, blühende Bäume und die ersten warmen Sonnenstrahlen machten diese Reise zu einer wunderbaren Mischung aus Natur, Geschichte und Entschleunigung.
Tag 1 – 11.05. Anreise – Schneverdingen
Ich war schon mal vor Jahrzehnten in der Lüneburger Heide für ein paar Tage, damals gastierte der Dalai Lama in Schneverdingen und gab Belehrungen. Nun führte die Frühjahrsreise des Kulturvereins mich wieder in dieses Städtchen.
Wir fuhren komfortabel direkt von Möhrendorf Richtung Schneverdingen. Auf der Fahrt bot uns das Busunternehmen Baumüller eine Vesper an, die wir leider im Regen genießen mussten. Die Eisheiligen waren unsere ständigen Begleiter auf dieser Reise. Staufrei erreichten wir unser Ziel und besuchten als erstes die Eine-Welt-Kirche. Diese Kirche wurde im Rahmen der Expo 2000 in Hannover als Außenposten gebaut und wurde in einer sehr ungewöhnlichen Holzbauweise errichtet. In dieser Kirche ist jeder willkommen, egal welcher Konfession er oder sie angehört. Zwar werden dort evangelische Gottesdienste gefeiert, sie steht aber allen Menschen offen. Ein besonderer Blickfang ist der Altar, dort befinden sich Erden aus der ganzen Welt, z. Z. beherbergt er 5000 Exemplare und hat Platz für ca. 7000 Erden. Leider war unsere Möhrendorfer Erde nicht exotisch genug, um dort aufgenommen zu werden. Mehr Informationen findet Ihr hier:
https://www.markusgemeinde-schneverdingen.de
Und über den „Eine-Erde-Altar“ hier: https://www.markusgemeinde-schneverdingen.de/Die-Eine-Welt-Kirche/Der-Eine-Erde-Altar
Nach dem Besuch der Kirche bezogen wir die gemütlichen Zimmer im Hotel Schnuck und ließen uns das Abendessen schmecken.
Tag 2 – 12.05. Serengeti Park in Hodenhagen und De Theeshof Schneverdingen
Oh je, das Wetter war eine Katastrophe. Bei strömenden Regen fuhren wir zum Serengeti Park. Dort stiegen wir von unserem Reisebus in den Safari-Bus um und während der Rundfahrt im Park hatten wir eine kleine Regenlücke erwischt. Aufgrund der Kälte und Nässe waren viele Tiere in ihren Häusern, aber man bekam schon einen Eindruck von dem schönen, weitläufigen Gelände und wie die Tiere dort leben. Man kann auch mit dem eigenen Auto in den Park fahren, aber das wäre nicht so meins. Ich möchte doch nicht, in meinem kleinen Auto sitzen und der Nashornbulle ich zu Späßen aufgelegt. Wir konnten dann noch ein bisschen den Park noch zu Fuß erkunden, bevor uns der nächste Regenschwall in das Restaurant trieb. Sehr schade, der Park hat noch viel mehr zu bieten als nur im Safari-Bus durch das Gelände zu fahren.
Wir fuhren zurück nach Schneverdingen, wo am Nachmittag noch eine Führung auf dem De Theeshof auf dem Programm stand. Der Hof ist ein Ensemble alter Bauernhöfe und dient dem Heimatverein als Freilichtmuseum. Dort wurden wir freundlich von den Gästeführern empfangen und erhielten einen Einblick in das Leben der Bauern im 18. Jahrhundert. Da wir so gut aufgepasst hatten, gab es als Belohnung Buchweizenbrot mit Heidehonig, sehr lecker.
https://heimatbund-schneverdingen.de
Anschließend bekamen wir noch eine Stadtrundfahrt und sahen verschiedene Heidearten und die Sehenswürdigkeiten in der Stadt.
Tag 3 – 13.05. Schiffshebewerk Scharnebeck, Lauenburg und Schifffahrt
Es war morgens sehr kalt, aber trocken. So motiviert fuhren wir zum Schiffshebewerk nach Scharnebeck, ein imposantes Bauwerk, dass uns Markus in einer Führung erklärte. Wir konnten auch einen Hebevorgang beobachten, schon spannend, wenn ein ganze Schiff 38 Meter in die Höhe schwebt. Die vielen Technischen Details kann ich nicht wiederholen, aber ihr findet alles auf der Webseite:
https://schiffshebewerk-scharnebeck.de
Wir fuhren weiter nach Lauenburg und da mittlerweile die Sonne schien, konnten wir unseren Spaziergang in Lauenburg richtig genießen. Wir fanden ein kleines Café, das auch Fischbrötchen servierte. Was für ein Genuss so ein frisches Matjesbrötchen sein kann.
Um 14.00 Uhr wartet das Schiff „Lüneburger Heide“ mit Kaffee und Kuchen auf uns. Ich überlegte kurz, ob man zwischen Matjesbrötchen und Himbeersahnekuchen eine Lage Schnaps im Magen legen muss, verwarf den Gedanken aber wieder. Wir fuhren ein Stück auf dem Elbe-Lübeck-Kanal und wurde dann auch im Schiffshebewerke einmal rauf und wieder runter gehoben. Ganz grosses Kino und das bei strahlendem Sonnenschein auf Deck!
Tag 4 – 14.05. Undeloh – Kremserfahrt – Soltau
Nach dem gestrigen Tag mit schönem Wetter meinten die Eisheiligen, jetzt sind wir wieder dran. Bei strömenden Regen saßen wir in unseren Pferdekutschen und froren jämmerlich. Wir wurden über Kopfsteinpflasterwege durch die Heide geschaukelt und es ließ sich keine Heidschnucke auf der großen weiten Heide blicken, sehr verständlich bei dem Regen. Im Dorf Wilsede flüchteten wir schnell ins trockene Museum oder besser noch in den kleinen Laden. Dort war es warm und gab schöne Sachen zum Schauen und Kaufen.
Zurück auf dem Undeloher Hof wärmten wir uns bei Kartoffeleintopf und Grog auf. Dann fuhren wir weiter nach Soltau und da war uns das Wetter wieder holt und wir konnten den Stadtrundgang trockenen Fußes durchführen. Allerdings würde ich sagen, Soltau ist so ziemlich der langweiligste Ort, den ich je besucht habe und die Gästeführerin hatte so ihre Mühe uns die Vorzüge zu erklären.
Tag 5 – 15.05. Lüneburg
Auch in Lüneburg war ich schon mal, aber da ich die Stadt so schön finde, war das eine willkommene Wiederholung. Morgens besichtigten wir das Kloster Lüne, ein bereit 1172 gegründetes Benediktinerinnen Kloster, das bis heute von Klosterdamen bewirtschaftet wird. Die Führerin erzählte uns sehr fundiert und begeisternd über das klösterliche Leben und was die adeligen Damen so alles hergestellt hatten. Interessant war auch die Parallele zu den Stiftsdamen, von denen wir im letzten Herbst in Quedlinburg gehört hatte, denn auch sie hatten großen politischen Einfluss.
Weiter ging es nach Lüneburg, die Besichtigung des Rathauses stand an. Auch dies für mich eine Wiederholung, aber jeder Gästeführer erzählt die Geschichten mit einem anderen Schwerpunkt und unser Führer tat das mit viel Humor. Wenn ihr mal in Lüneburg seid, lasst Euch dieses ehrwürdige Gebäude nicht entgehen.
Nach einer kleinen Stärkung ging es am Nachmittag zur Stadtführung durch Lüneburg. Wir erfuhren viel von der Geschichte rund um das Salz, das Lüneburg damals reich gemacht hat.
Zum Abschluss des anstrengenden Tages wartete ein weiteres Highlight auf uns, ein Abendbuffet mit Heidschnucken-Ragout – sehr lecker!
Tag 6 -16.05. Celle – Heimreise
Kaum zu glauben, aber wir sind beim letzten Tag angekommen. Wir fuhren auf dem Heimweg über Celle und ich konnte endlich mal das Schloss von innen besichtigen, nachdem ich es vor 4 Wochen erst von außen besucht hatte. Auch hier erwartet uns wieder eine interessante Führung und wir lernte viel über die Welfen und „unsere“ Verwandtschaft mit dem Könighaus Dänemark und England. Alles eine große Familie – damals.
Auch auf dem Rückweg fuhren wir mit einer Vesperpause staufrei nach Hause. Wir verabschiedeten uns von unserem Busfahrer Daniel und unserer Reiseleiterin Verena mit dem festen Versprechen, nächstes Jahr geht es wieder gemeinsam auf Reise.
Mein Fazit
Reisen mit dem Kulturverein bildet nicht nur, es verbindet auch interessierte Menschen. Der Komfort ist einzigartig, da die Reisen im Ort beginnen und enden. Die Reise ist auf unsere Wünsche abgestimmt und man kennt und schätzt die Reiseunternehmen seit Jahren.
Positiv – Was mir gefallen hat
- Unsere Reiseleiterin- und Busfahrer-Team sehr nett und kompetent. Wir wurden richtig verwöhnt.
- Die örtlichen Reiseführer-/innen waren kompetent und haben uns sehr viel Informationen gegeben. Oft mussten wir sie bremsen, damit wir zum nächsten Punkt weiterkamen.
- Das Hotel Schnuck ist sehr angenehm, schöne Zimmer, sehr ruhig. Tolles Frühstücksbuffet und das Freitagabend Buffet.
- Das Frühstücksbuffet hatte einen elektrischen Butterspender, sehr interessant.
- Die Gruppe war sehr pünktlich und passte gut aufeinander auf. Unsere Laune blieb trotz Regen und Wind gut. Viele interessante Gespräche, man hat sich neu oder besser kennengelernt.
Negativ – Was mir nicht gefallen hat
Das einzig Negative war das Wetter, aber das können wir ja nicht beeinflussen.
Neutral / Geschmackssache
Das Abendessen im Hotel war ein Menü, die Suppen sehr einheitlich und Sahne-lastig. Alles etwas wenig gewürzt.
Buchtipp
aus dem Museumshop des Celler Schlosses:
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