Dieser Kurztrip war zwar eigentlich nur ein pragmatischer Autotausch, wurde aber trotzdem zu einem kleinen Kurzurlaub.  Nach drei Jahren Leasing war es so weit mein Auto wieder zum Autohändler nach Celle zurückzufahren. Obwohl ich jetzt schon E-Auto-Erfahrung habe, bin ich aber nicht viele Langstrecken gefahren, sodass ich neben der Wehmut, das schön Auto abzugeben, auch ein wenig aufgeregt war. Außerdem meinte mein Auto sich mal gebührend von mir zu verabschieden, indem es so navigierte, dass ich mit 14 % Batterieladung an der Ladesäule ankommen sollte. Für nicht E-Autofahrerinnen, die Autos planen die Ladestationen bei der Navigation mit ein. Ich fuhr also brav langsam auf der A73 Richtung Norden über Erfurt und dann über die Landstraße der Ladestation entgegen. Als die Batterie unter 20 % ging und irgendwie keine Raststätte in Sicht kam, wurde ich dort etwas nervös. Mit den geplanten 14 % kam ich auf einen Parkplatz von Edeka an und war erstmal verwirrt, aber dann entdeckte ich die Ladesäulen. Ich meinte dann kurz zum Auto, dass es wohl einen Knall hätte, soll ich hier den ganzen Tag etwas stehen und laden? Aber nein, es waren 150 KW Ladesäulen und bevor ich noch den Kaffee und Kuchen im angrenzenden Supermarkt Café (das auch Gottseidank eine Toilette hatte) getrunken hatte, war es wieder voll.

Entspannt fuhr ich dann das letzte Stück über die A7 nach Celle und kam in meinem Hesse Hotel Celle an. Das Hotel liegt in einem Außenbezirk von Celle, hat aber eine Bushaltestelle vor der Tür und man kommt damit schnell in die Innenstadt. Ich hatte das Hotel über Kurztrip.de gebucht, wie schon einige Male vorher. Man bekommt dort nicht nur einen guten Übernachtungspreis, sondern immer ein paar „Goodies“. In diesem Fall war das Busticket enthalten, Frühstück und ein Welcome Drink an der Bar, die allerdings geschlossen hatte. Und hier noch ein Tipp, wenn man als Frau allein reist. Sehr schnell wird man abgespeist, dass eben die Bar nicht offen hat und hofft auf Verständnis. Nein, das hatte ich nicht, es geht einfach ums Prinzip. Also verhandelte ich ein kleines Fläschchen Weißwein heraus, dass ich nach meiner Rückkehr aus der Stadt gemütlich auf meinem Zimmer getrunken habe.

Jetzt aber mal zu Celle: die Stadt hat eine wunderschöne Innenstadt mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern und natürlich das schöne Schloss mit seinem Park. Aber wie vor drei Jahren, war ich für eine Besichtigung des Schlosses zu spät dran. Da blieb mir ein Stadtbummel und ein Essen in einem der vielen Restaurants. Ich erwischte den letzten Bus aus der Stadt zum Hotel, alles sehr entspannt.

Am nächsten Tag verabschiedete ich mich mit einem kleinen Tränchen von meinem Auto und überließ mich anschließend dem Abenteuer Deutsche Bahn. Es ging schon gut los, der Bus vom Autohaus war verspätet, aber ich hatte viel Zeit. Am Bahnhof war die Regionalbahn verspätet, aber es war eine früher als ich geplant hatte, ich wollte früher in Hannover ankommen, da der Bahnhof Celle zum Warten sehr langweilig ist. Das war eine gute Idee diese Bahn zu nehmen, denn meine geplante war dann auch verspätet und mein Anschluss in Hannover hätte ich nicht bekommen. Der Bahnhof von Hannover bietet viel Shopping Möglichkeiten und die Stadt liegt quasi direkt vor der Tür, aber für einen Stadtbummel reichte meine Umsteigezeit nicht. Aber ich konnte Kaffee und Eis in der Sonne im Eiscafé des Bahnhofs genießen. Dann kam mein Zug nach Bremen, natürlich verspätet. Der Umstieg in die Regionalbahn zu meinem Ziel in Bremen habe ich natürlich verpasst, sodass mich meine Freunde mit dem Auto abgeholt haben. So, damit hatte ich das nächste Abenteuer geschafft und entspannte mich bei leckerem Essen. Aber dann war die Entspannung schon rum, mein Freund Michael hatte eine Tour mit dem Nachtwächter in Bremen gebucht. Ich fahre seit mehr als 20 Jahren nach Bremen und dachte mir, was kann der uns denn über die Stadt noch erzählen? Und ich wurde positiv überrascht, bei dem zweistündigen Rundgang lernten wir viel über die politische Geschichte der Stadt vom Mittelalter bis heute, die Geschichte des Dombaus und wie die Menschen im Schnorr Viertel gelebt haben. Ich kann diese Tour nur empfehlen und selbst die Bremer in der Gruppe haben viel über ihre Stadt erfahren.

Nächster Halt: Podcast-Mikrofon

Am nächsten Morgen machten Michael und ich uns an die Aufnahme unsere Podcasts, den wir für die Pasani Academy produzieren. Nach anfänglichen Try-and-error, war das Ding im Kasten und los ging es in die Stadt zum Fischessen. Die Sonne schien traumhaft schön, sodass ein Kaffee auf dem Marktplatz ein Muss war. Noch ein bisschen Shoppen und schon war der Tag um.

„Zoll-to-Date“

Podcast rund um Zoll- & Exportkontrolle

Tja, nicht nur der Tag war um, auch mein Kurztrip nach Celle und Bremen. Die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn am nächsten Tag war zu hundert Prozent pünktlich – es geschehen noch Zeichen und Wunder!