Buchrezension: Diese ewige Unruhe

von Birgit Sonnberger

Für meinen Reiseblog ist dieses Buch auf eine besondere Weise passend – und zugleich ganz anders, als man zunächst vermuten würde. Die Autorin Birgit Sonnberger hat mich über meinen Blog Travelhygge kontaktiert und mir ein Rezensionsexemplar ihres Buches zukommen lassen. Schon deshalb möchte ich transparent machen: Diese Rezension basiert auf einem zur Verfügung gestellten Exemplar, meine Meinung ist davon jedoch unbeeinflusst.

Diese ewige Unruhe: Geschichten vom Reisen von Birgit Sonnberger ist im Eigenverlag erschienen, umfasst 128 Seiten und erschien am 2. Mai 2026. Anders als der Untertitel vielleicht vermuten lässt, handelt es sich nicht um klassische Reiseberichte, sondern um Kurzgeschichten über Sehnsucht, Erinnerung, Aufbruch und die vielen inneren Formen des Reisens. Offizielle Buchbeschreibung und Verlagsangaben betonen genau diesen Perspektivwechsel: Reisen wird hier nicht nur als Ortswechsel verstanden, sondern auch als Bewegung im Inneren, als Erinnerung, Wunsch oder letzte große Sehnsucht.

Genau das hat mir an diesem Buch so gut gefallen. Viele der Geschichten kreisen um ältere Menschen, die noch einmal aufbrechen möchten, obwohl ihnen dafür oft die Kraft fehlt. Das macht die Texte leise, warmherzig und sehr berührend. Sie erzählen nicht vom schnellen Unterwegssein, vom Abhaken von Sehenswürdigkeiten oder vom perfekten Reiseplan, sondern von dem, was Reisen im tiefsten Sinn bedeuten kann: Hoffnung, Würde, Erinnerung, Nähe und ein letzter Blick auf die Welt mit offenen Augen.

Besonders nahe gegangen ist mir die Geschichte von Paul und Gerda. Gerda möchte noch einmal ans Meer, ist dafür aber viel zu krank. Also erfindet Paul für sie eine Reise: Sie packen gemeinsam den Koffer, gehen einmal um den Block und kehren schließlich wieder nach Hause zurück. Doch dort wartet bereits das Meer im Kleinen auf sie – auf dem Balkon hat Paul Sand vorbereitet und eine Wanne mit Wasser für Gerdas Füße hingestellt. Diese Szene ist so zärtlich und einfühlsam geschrieben, dass sie lange nachklingt. Sie zeigt auf wunderbare Weise, dass Reisen manchmal nicht bedeutet, weit wegzufahren, sondern einem geliebten Menschen einen Ort der Sehnsucht möglich zu machen.

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen – besonders Menschen, die Reisen einmal mit anderen Augen betrachten möchten. Wer in Reisegeschichten nicht nur Fernweh, sondern auch Menschlichkeit, Zwischentöne und emotionale Tiefe sucht, wird hier fündig. Diese ewige Unruhe ist ein stilles, feines Buch, das zeigt, dass die größten Reisen manchmal in den kleinen Gesten liegen.

Diese ewige Unruhe: Geschichten vom Reisen

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Ihr könnt das Buch auch direkt bei der Autorin bestellen: birgit.sonnberger@gmx.de

Reisemangel durch Reiseleiter

Reisemangel durch Reiseleiter

Reisemangel durch Reiseleiter?

Ich bin gefragt worden, welche Möglichkeiten man eigentlich hat, wenn man – wie auf meiner letzten Portugal-Rundreise – mit der Art und Weise der Reiseleitung nicht zufrieden war.
Und ist das überhaupt ein Reisemangel?

Was das Gesetz sagt

Nach § 651i Abs. 2 BGB liegt ein Reisemangel vor, wenn

  • die Reiseleistungen nicht der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit entsprechen,

  • die im Vertrag enthaltenen Angaben zu erheblichen Abweichungen führen,

  • die üblichen Erwartungen an eine Reise vergleichbarer Art nicht erfüllt werden oder

  • zugesicherte Leistungen des Veranstalters bzw. seiner Partner nicht eingehalten werden.

Wenn also der Reiseleiter unfreundlich ist, die Erklärungen langweilig oder der Ton zu scharf – fällt das nicht automatisch unter einen Reisemangel. Es ist unangenehm, ja, aber rechtlich kein Anspruch auf Minderung.

(Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar, sondern spiegelt nur meine persönlichen Erfahrungen und Recherchen wider.)

Was man tun kann

Bei Standortreisen (also mit festem Hotel) kann man theoretisch auf die begleiteten Ausflüge verzichten und den Tag auf eigene Faust gestalten. Dabei verliert man natürlich die gebuchten Leistungen wie Busfahrt oder Eintritt.

Bei klassischen Rundreisen mit ständigem Hotelwechsel ist das nicht möglich, weil Transport und Unterkunft zusammenhängen. Ein Abbruch wäre nur auf eigene Kosten möglich – mit allen finanziellen Nachteilen.

Anders sieht es aus, wenn der Reiseleiter eigenmächtig Programmpunkte streicht oder Verkaufsveranstaltungen einschiebt, die im Programm gar nicht vorgesehen sind – dann kann das tatsächlich ein Reisemangel sein.

Zwischenmenschlich bleibt menschlich

Ich habe auf der Quedlinburg-Reise wieder gemerkt, wie unterschiedlich Eindrücke sein können. Ich fand die Kirchenführer mit ihren kleinen Geschichten wunderbar lebendig – meine Freundin dagegen war eher genervt und wollte „nur die Fakten“.

Das zeigt: Sympathie spielt eine große Rolle, und manchmal passt die Chemie einfach nicht.

Mein Fazit

Manchmal hilft es, einfach entspannt zu bleiben und innerlich auf „Durchzug“ zu schalten – natürlich nicht bei den wichtigen Ansagen zu Treffpunkten oder Abfahrten! Nach der Reise kann man dem Veranstalter ein sachliches Feedback geben. Die meisten sind dankbar für Rückmeldungen, wenn etwas nicht rund lief.

Und dann: abhaken, Tee trinken und sich auf die nächste Reise freuen – denn die wird bestimmt wieder besser. 

Rundreisen sind kein Urlaub

Rundreisen sind kein Urlaub

Einige, die mich kennen, wundern sich immer wieder, dass ich im Urlaub um 5.00 Uhr aufstehe, um zu einer Stadtführung oder einem Ausflug aufzubrechen. Ich bin nämlich eigentlich ein ausgesprochener Abendmensch – morgens lange schlafen, abends lange lesen, das ist mein Rhythmus.

Aber: Rundreisen sind kein Urlaub – weder für die Reisenden noch für die Veranstalter. Sie sind intensive Erlebnisreisen, die in kurzer Zeit möglichst viele Eindrücke, Orte und Informationen vermitteln. Das ist wunderbar, aber eben auch anstrengend.

Nach der Corona-Zeit ist mir aufgefallen, dass viele Veranstalter ihre Programme noch dichter gepackt haben. Statt zehn Tage dauern viele Rundreisen nur noch acht – dafür mit vollem Programm von 8.00 bis 18.00 Uhr. Und da heißt es eben: früh raus, lange Busfahrten, viele neue Eindrücke.

Ich habe für mich entschieden, dass solche Reisen nicht länger als eine Woche dauern dürfen. Danach brauche ich einfach Zeit, um das Erlebte „einsickern zu lassen“.

Was tun, wenn man zwar viel sehen, aber nicht hetzen möchte?

Hier sind meine Tipps und Alternativen, die ich selbst ausprobiert oder auf meiner „Wunschliste“ habe:

1️⃣ Der klassische Hotelurlaub mit Ausflügen

Man bucht Flug und Unterkunft selbst und organisiert vor Ort Tagesausflüge – entweder mit einem örtlichen Anbieter oder dem Mietwagen. So bleibt man flexibel und kann zwischendurch entspannen.

2️⃣ Rundreisen mit Standorthotel

Das ist meine Lieblingsvariante. Kein tägliches Kofferpacken, aber trotzdem viele Eindrücke. Einige Anbieter bieten sogar freie Tage oder nur Halbtagesausflüge an. So war auch meine erste Portugalreise – perfekt ausgewogen zwischen Aktivität und Genuss. (→ Link zum Reisebericht)

3️⃣ Kreuzfahrten

Sehr bequem: nur einmal Koffer ein- und auspacken, jeden Tag ein neues Ziel. Man kann Ausflüge dazubuchen oder einfach auf eigene Faust losziehen. Aber Achtung: Abfahrtszeit im Blick behalten!
Wer mag, kann hier meinen Bericht zu meiner Reise mit den Hurtigruten lesen. (→ Zum Blogbeitrag)

4️⃣ Rundreisen mit weniger Programmpunkten

Achtet bei der Buchung auf die Tageskilometer – das sagt viel über die Reisedichte aus. Und fragt nach Pausenzeiten! Einige Anbieter haben erkannt, dass „langsames Reisen“ wieder gefragt ist.

5️⃣ Rundreise mit anschließendem Strandurlaub

Die perfekte Kombination: erst Land & Leute, dann ein paar Tage Erholung am Meer. Das habe ich schon ausprobiert – funktioniert wunderbar.

Mein Fazit

Die Reisebranche bietet heute für jeden Geschmack etwas. Man muss nur gezielt suchen – und ehrlich mit sich selbst sein, was man körperlich und mental möchte. Gerade für ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Reisende lohnt sich eine gute Beratung.

Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn man eine teure Reise bucht, aber vor lauter Stress oder Erschöpfung kaum genießen kann.

Und was steht 2026 an?
Das verrate ich demnächst auf dem Blog – aber eines kann ich schon sagen: Es wird wieder eine Rundreise dabei sein. Und Meer. Viel Meer. Mein „Schaukeltrauma“ von Stricken & Meer ist nämlich inzwischen verarbeitet. (→ Zum Blogbeitrag) 

Tipp: Reisetagebuch führen!

Um die vielen Eindrücke der Reisen festzuhalten, verlasse ich nicht nur auf die (Smarphone-)Kamera, sondern alle Fotos gehen bei WLan-Anschluss in die Cloud. Schließlich kann sie gestohlen werden, Speicherkarten können defekt sein oder der Akku leer. Auch notiere mir die Namen schöner Orte, toller Lokale und weitere Gedächtsnisstützen sofort, entweder in einem Notizbuch oder ebenfalls über das Smartphone in die Cloud. Allerdings finde ich, dass  ein gut gepflegtes Reisetagebuch ein wundervolles individuelles Andenken ist, das dir die Urlaubsfreude zurückholt. Ich liebe die Notizbücher oder Bullets Journale von Leuchtturm 1917, auf dem Markt gibt es aber auch vorgestaltete Reisetagebücher aller Art.

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Probleme beim Reisen

Probleme beim Reisen

Egal, ob Flug, Zug oder Bus …

… es kann immer zu Verspätungen kommen oder das Gepäck kommt verspätet an oder ist ganz verschwunden. Dann fragt man sich natürlich, muss ich das so hinnehmen? Nicht in jedem Fall, dafür gibt es in der EU eine VERORDNUNG (EG) Nr. 261/2004, die regelt, ob und wie die Unternehmen haften müssen.

Da aber solche Verordnungen nicht immer verständlich sind, gibt es auf der Webseite des Europäischen Verbraucherzentrums EVZ eine Rubrik Reise & Verkehr. Dort findet man verständlich erklärt, welche Rechte man hat. Dann findet man dort einen Musterbriefgenerator, sodass man die entsprechenden Anschreiben vorformuliert hat. Und viele Links zu den Airlines, die einen sofort zu den Beschwerdeseiten für Verspätungen oder Gepäckverlust bringen. Bei See- und Fernbusreisen findet man ebenfalls die Informationen. 

Nun ist ja Recht haben und Recht bekommen, zwei unterschiedliche Sachen. Wenn die Airline sich „tot stellt“ oder man sonst zu keiner Regelung kommt. Gibt es verschiedenen Möglichkeiten sein Recht zu verlangen. Dabei sind die örtlichen Verbraucherzentralen einen gute Anlaufstelle. Es gibt auch eine Schlichtungsstelle Reise und Verkehr, die helfen kann. Falls ihr eine Rechtsschutzversicherung habt, könntet ihr einen Anwalt einschalten (wahrscheinlich die kostspieligste Variante) oder den Fall an ein professionelle Portal abgeben, die dann eure Rechte einklagen, aber das kostet Provision von bis zu 40 %.

Und meine Erfahrung:

Tatsächlich habe ich in den letzten drei Jahren keine nennenswerten Verspätungen bei den Flüge gehabt, um rechtlich einen Anspruch zu haben. Vor drei Jahren allerdings waren zwei Züge derart verspätet, dass ich Anspruch auf Entschädigung hatte. Und ich meckere ja oft über die Deutsche Bahn, aber die Abwicklung war ganz problemlos. Melden online in der App oder auf der Webseite (man muss dafür allerdings ein Konto haben) und kurz darauf bekam ich eine Mail mit der Erstattung als Gutschein. Die nächste Reise war dann für mich kostenlos.

Jetzt drücke ich uns allen aber die Daumen, dass wir bei unseren Reisen keine Probleme haben werden. Und wenn Ihr habt jetzt einige Infos, die dann hoffentlich weiterhelfen.

Steckeradapter für England

Steckeradapter für England

Steckeradapter für England – Klein, aber wichtig!

Vor meiner Reise zur Chelsea Flower Show 2025 nach London stand – wie so oft – erst einmal die Technik auf dem Prüfstand. Denn auch wenn das Vereinigte Königreich geografisch gar nicht so weit entfernt liegt, ticken dort nicht nur die Uhren anders – sondern auch die Steckdosen.

Ich erinnerte mich noch gut an die Zeit, als man für jedes europäische Land einen anderen Adapter brauchte. Frankreich, Italien, Spanien – ich hatte früher so einen multifunktionalen Adapterwürfel mit sechs verschiedenen Seiten, den ich wie einen Schatz gehütet habe. Heute ist das dank EU meist Geschichte. Aber eben nicht auf der Insel. In Großbritannien brauchst Du einen Adapter für Steckdosentyp G.

Die Suche nach einem alten Adapter in den Tiefen unserer Technik-Schublade blieb erfolglos. Also klickte ich mich durch Amazon und entschied mich für ein Modell mit USB-A und USB-C Anschlüssen – praktisch, wenn man mehrere Geräte gleichzeitig laden möchte.

Der Adapter hat mir auf der Reise gute Dienste getan und war täglich im Hotel im Einsatz – oft sogar parallel für Handy, iPad und Smartwatch. Ein kleines Helferlein, das ich in Zukunft bei Englandreisen nicht mehr vergessen werde. Apropos vergessen – natürlich hatte ich meine Powerbank nicht dabei, die wäre ab wichtig gewesen, da es im Bus keine Auflademöglichkeit für Handys gab. Bei den vielen Fotos, die ich gemacht habe, wäre das aber gut gewesen. Ich musste das Handy ständig im Batteriesparmodus schalten, damit es den Tag durchgehalten hat.

Wenn Du wissen willst, wie ich englische Gartenkultur, königliche Paläste und jede Menge botanische Inspiration erlebt habe – dann schau gleich in meinen Reisebericht zur Chelsea Flower Show nach England.

Meine Empfehlung

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Einreisebestimmung für UK

Einreisebestimmung für UK

Einreise nach Großbritannien – so funktioniert das neue ETA-Verfahren

Bevor ich mich voller Vorfreude in die Planung meiner Gartenreise nach England stürzen konnte, stand erstmal ein neuer bürokratischer Schritt auf dem Plan: das neue ETA-Verfahren. Seit April 2025 müssen auch EU-Bürgerinnen und -Bürger vor der Einreise ins Vereinigte Königreich eine elektronische Reisegenehmigung beantragen – ETA steht für Electronic Travel Authorisation. Klingt erstmal nach Visum, ist es aber nicht.

Da ich meine Reise frühzeitig geplant hatte, konnte ich noch vom „Sonderangebot“ profitieren: 16 Pfund (ca. 12,50 Euro). Seit Mitte April kostet das ETA regulär 20 Pfund.

So lief’s bei mir ab:

An einem ruhigen Sonntag habe ich mir die offizielle ETA-App aufs Smartphone geladen – das funktionierte problemlos. Dann habe ich meinen Reisepass bereitgelegt (wichtig: mit diesem Dokument muss man auch tatsächlich einreisen, und er muss noch lange genug gültig sein).

Die App führt einen gut durch den Vorgang – allerdings nur auf Englisch. Wer sich mit der Sprache schwertut, sollte sich ggf. Hilfe holen. Alternativ geht das Ganze auch über den Computer, aber ich fand die App einfacher, weil sie direkt die nötigen Fotos aufnimmt.

Du brauchst:

  • ein Foto von Dir (Selfie über die App),

  • ein Foto vom Pass,

  • Kreditkarte
  • und das Smartphone muss in der Lage sein, den Chip im Reisepass auszulesen (Tipp: Handyhülle vorher abnehmen!).

Zum Schluss wird bequem mit Kreditkarte bezahlt – und dann heißt es warten. Laut Info kann die Bearbeitung bis zu drei Werktage dauern.

Bei mir ging es blitzschnell: obwohl ich sonntags den Antrag gestellt hatte, kam die Bestätigungsmail nach drei Stunden. Das ETA ist zwei Jahre gültig, die Erlaubnis ist digital mit dem Reisepass verknüpft – ein Ausdruck ist nicht nötig.

Bei meiner Englandreise hat die Einreise tatsächlich wunderbar funktioniert. Hier kannst du lesen, wie meine Gartenreise in England war: Zum Reisebericht