Lüneburger Heide

Lüneburger Heide

Lüneburger Heide im Mai – Natur, Geschichte und blühende Heideflächen

Vom 11. bis 16. Mai 2026 ging es für mich in die Lüneburger Heide. Ich hatte mich schon lange auf diese Reise gefreut, denn die Heide stand schon länger auf meiner Wunschliste. Viele verbinden die Region nur mit der Heideblüte im August oder September, aber auch im Frühjahr hat die Landschaft ihren ganz eigenen Reiz. Frisches Grün, blühende Bäume und die ersten warmen Sonnenstrahlen machten diese Reise zu einer wunderbaren Mischung aus Natur, Geschichte und Entschleunigung.

Tag 1 – 11.05. Anreise – Schneverdingen

Ich war schon mal vor Jahrzehnten in der Lüneburger Heide für ein paar Tage, damals gastierte der Dalai Lama in Schneverdingen und gab Belehrungen. Nun führte die Frühjahrsreise des Kulturvereins mich wieder in dieses Städtchen.

Wir fuhren komfortabel direkt von Möhrendorf Richtung Schneverdingen. Auf der Fahrt bot uns das Busunternehmen Baumüller eine Vesper an, die wir leider im Regen genießen mussten. Die Eisheiligen waren unsere ständigen Begleiter auf dieser Reise. Staufrei erreichten wir unser Ziel und besuchten als erstes die Eine-Welt-Kirche. Diese Kirche wurde im Rahmen der Expo 2000 in Hannover als Außenposten gebaut und wurde in einer sehr ungewöhnlichen Holzbauweise errichtet. In dieser Kirche ist jeder willkommen, egal welcher Konfession er oder sie angehört. Zwar werden dort evangelische Gottesdienste gefeiert, sie steht aber allen Menschen offen. Ein besonderer Blickfang ist der Altar, dort befinden sich Erden aus der ganzen Welt, z. Z. beherbergt er 5000 Exemplare und hat Platz für ca. 7000 Erden. Leider war unsere Möhrendorfer Erde nicht exotisch genug, um dort aufgenommen zu werden. Mehr Informationen findet Ihr hier:

https://www.markusgemeinde-schneverdingen.de

Und über den „Eine-Erde-Altar“ hier: https://www.markusgemeinde-schneverdingen.de/Die-Eine-Welt-Kirche/Der-Eine-Erde-Altar

Nach dem Besuch der Kirche bezogen wir die gemütlichen Zimmer im Hotel Schnuck und ließen uns das Abendessen schmecken.

Tag 2 – 12.05. Serengeti Park in Hodenhagen und De Theeshof Schneverdingen 

Oh je, das Wetter war eine Katastrophe. Bei strömenden Regen fuhren wir zum Serengeti Park. Dort stiegen wir von unserem Reisebus in den Safari-Bus um und während der Rundfahrt im Park hatten wir eine kleine Regenlücke erwischt. Aufgrund der Kälte und Nässe waren viele Tiere in ihren Häusern, aber man bekam schon einen Eindruck von dem schönen, weitläufigen Gelände und wie die Tiere dort leben. Man kann auch mit dem eigenen Auto in den Park fahren, aber das wäre nicht so meins. Ich möchte doch nicht, in meinem kleinen Auto sitzen und der Nashornbulle ich zu Späßen aufgelegt.  Wir konnten dann noch ein bisschen den Park noch zu Fuß erkunden, bevor uns der nächste Regenschwall in das Restaurant trieb. Sehr schade, der Park hat noch viel mehr zu bieten als nur im Safari-Bus durch das Gelände zu fahren.

Wir fuhren zurück nach Schneverdingen, wo am Nachmittag noch eine Führung auf dem De Theeshof auf dem Programm stand. Der Hof ist ein Ensemble alter Bauernhöfe und dient dem Heimatverein als Freilichtmuseum. Dort wurden wir freundlich von den Gästeführern empfangen und erhielten einen Einblick in das Leben der Bauern im 18. Jahrhundert. Da wir so gut aufgepasst hatten, gab es als Belohnung Buchweizenbrot mit Heidehonig, sehr lecker.

https://heimatbund-schneverdingen.de

Anschließend bekamen wir noch eine Stadtrundfahrt und sahen verschiedene Heidearten und die Sehenswürdigkeiten in der Stadt.

Tag 3 – 13.05. Schiffshebewerk Scharnebeck, Lauenburg und Schifffahrt

Es war morgens sehr kalt, aber trocken. So motiviert fuhren wir zum Schiffshebewerk nach Scharnebeck, ein imposantes Bauwerk, dass uns Markus in einer Führung erklärte. Wir konnten auch einen Hebevorgang beobachten, schon spannend, wenn ein ganze Schiff 38 Meter in die Höhe schwebt. Die vielen Technischen Details kann ich nicht wiederholen, aber ihr findet alles auf der Webseite:

https://schiffshebewerk-scharnebeck.de

Wir fuhren weiter nach Lauenburg und da mittlerweile die Sonne schien, konnten wir unseren Spaziergang in Lauenburg richtig genießen. Wir fanden ein kleines Café, das auch Fischbrötchen servierte. Was für ein Genuss so ein frisches Matjesbrötchen sein kann.

Um 14.00 Uhr wartet das Schiff „Lüneburger Heide“ mit Kaffee und Kuchen auf uns. Ich überlegte kurz, ob man zwischen Matjesbrötchen und Himbeersahnekuchen eine Lage Schnaps im Magen legen muss, verwarf den Gedanken aber wieder. Wir fuhren ein Stück auf dem Elbe-Lübeck-Kanal und wurde dann auch im Schiffshebewerke einmal rauf und wieder runter gehoben. Ganz grosses Kino und das bei strahlendem Sonnenschein auf Deck!

Tag 4 – 14.05. Undeloh – Kremserfahrt – Soltau

Nach dem gestrigen Tag mit schönem Wetter meinten die Eisheiligen, jetzt sind wir wieder dran. Bei strömenden Regen saßen wir in unseren Pferdekutschen und froren jämmerlich. Wir wurden über Kopfsteinpflasterwege durch die Heide geschaukelt und es ließ sich keine Heidschnucke auf der großen weiten Heide blicken, sehr verständlich bei dem Regen. Im Dorf Wilsede flüchteten wir schnell ins trockene Museum oder besser noch in den kleinen Laden. Dort war es warm und gab schöne Sachen zum Schauen und Kaufen.

Zurück auf dem Undeloher Hof wärmten wir uns bei Kartoffeleintopf und Grog auf. Dann fuhren wir weiter nach Soltau und da war uns das Wetter wieder holt und wir konnten den Stadtrundgang trockenen Fußes durchführen. Allerdings würde ich sagen, Soltau ist so ziemlich der langweiligste Ort, den ich je besucht habe und die Gästeführerin hatte so ihre Mühe uns die Vorzüge zu erklären.

Tag 5 – 15.05. Lüneburg

Auch in Lüneburg war ich schon mal, aber da ich die Stadt so schön finde, war das eine willkommene Wiederholung. Morgens besichtigten wir das Kloster Lüne, ein bereit 1172 gegründetes Benediktinerinnen Kloster, das bis heute von Klosterdamen bewirtschaftet wird. Die Führerin erzählte uns sehr fundiert und begeisternd über das klösterliche Leben und was die adeligen Damen so alles hergestellt hatten. Interessant war auch die Parallele zu den Stiftsdamen, von denen wir im letzten Herbst in Quedlinburg gehört hatte, denn auch sie hatten großen politischen Einfluss.

Weiter ging es nach Lüneburg, die Besichtigung des Rathauses stand an. Auch dies für mich eine Wiederholung, aber jeder Gästeführer erzählt die Geschichten mit einem anderen Schwerpunkt und unser Führer tat das mit viel Humor. Wenn ihr mal in Lüneburg seid, lasst Euch dieses ehrwürdige Gebäude nicht entgehen.

Nach einer kleinen Stärkung ging es am Nachmittag zur Stadtführung durch Lüneburg. Wir erfuhren viel von der Geschichte rund um das Salz, das Lüneburg damals reich gemacht hat.

Zum Abschluss des anstrengenden Tages wartete ein weiteres Highlight auf uns, ein Abendbuffet mit Heidschnucken-Ragout – sehr lecker!

Tag 6 -16.05. Celle – Heimreise

Kaum zu glauben, aber wir sind beim letzten Tag angekommen. Wir fuhren auf dem Heimweg über Celle und ich konnte endlich mal das Schloss von innen besichtigen, nachdem ich es vor 4 Wochen erst von außen besucht hatte. Auch hier erwartet uns wieder eine interessante Führung und wir lernte viel über die Welfen und „unsere“ Verwandtschaft mit dem Könighaus Dänemark und England. Alles eine große Familie – damals.

Auch auf dem Rückweg fuhren wir mit einer Vesperpause staufrei nach Hause. Wir verabschiedeten uns von unserem Busfahrer Daniel und unserer Reiseleiterin Verena mit dem festen Versprechen, nächstes Jahr geht es wieder gemeinsam auf Reise.

Mein Fazit

Reisen mit dem Kulturverein bildet nicht nur, es verbindet auch interessierte Menschen. Der Komfort ist einzigartig, da die Reisen im Ort beginnen und enden. Die Reise ist auf unsere Wünsche abgestimmt und man kennt und schätzt die Reiseunternehmen seit Jahren.

Positiv – Was mir gefallen hat

  • Unsere Reiseleiterin- und Busfahrer-Team sehr nett und kompetent. Wir wurden richtig verwöhnt.
  • Die örtlichen Reiseführer-/innen waren kompetent und haben uns sehr viel Informationen gegeben. Oft mussten wir sie bremsen, damit wir zum nächsten Punkt weiterkamen.
  • Das Hotel Schnuck ist sehr angenehm, schöne Zimmer, sehr ruhig. Tolles Frühstücksbuffet und das Freitagabend Buffet.
  • Das Frühstücksbuffet hatte einen elektrischen Butterspender, sehr interessant.
  • Die Gruppe war sehr pünktlich und passte gut aufeinander auf. Unsere Laune blieb trotz Regen und Wind gut. Viele interessante Gespräche, man hat sich neu oder besser kennengelernt.

Negativ – Was mir nicht gefallen hat

Das einzig Negative war das Wetter, aber das können wir ja nicht beeinflussen.

Neutral / Geschmackssache

Das Abendessen im Hotel war ein Menü, die Suppen sehr einheitlich und Sahne-lastig. Alles etwas wenig gewürzt.

Buchtipp

aus dem Museumshop des Celler Schlosses:

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Celle und Bremen

Celle und Bremen

Dieser Kurztrip war zwar eigentlich nur ein pragmatischer Autotausch, wurde aber trotzdem zu einem kleinen Kurzurlaub.  Nach drei Jahren Leasing war es so weit mein Auto wieder zum Autohändler nach Celle zurückzufahren. Obwohl ich jetzt schon E-Auto-Erfahrung habe, bin ich aber nicht viele Langstrecken gefahren, sodass ich neben der Wehmut, das schön Auto abzugeben, auch ein wenig aufgeregt war. Außerdem meinte mein Auto sich mal gebührend von mir zu verabschieden, indem es so navigierte, dass ich mit 14 % Batterieladung an der Ladesäule ankommen sollte. Für nicht E-Autofahrerinnen, die Autos planen die Ladestationen bei der Navigation mit ein. Ich fuhr also brav langsam auf der A73 Richtung Norden über Erfurt und dann über die Landstraße der Ladestation entgegen. Als die Batterie unter 20 % ging und irgendwie keine Raststätte in Sicht kam, wurde ich dort etwas nervös. Mit den geplanten 14 % kam ich auf einen Parkplatz von Edeka an und war erstmal verwirrt, aber dann entdeckte ich die Ladesäulen. Ich meinte dann kurz zum Auto, dass es wohl einen Knall hätte, soll ich hier den ganzen Tag etwas stehen und laden? Aber nein, es waren 150 KW Ladesäulen und bevor ich noch den Kaffee und Kuchen im angrenzenden Supermarkt Café (das auch Gottseidank eine Toilette hatte) getrunken hatte, war es wieder voll.

Entspannt fuhr ich dann das letzte Stück über die A7 nach Celle und kam in meinem Hesse Hotel Celle an. Das Hotel liegt in einem Außenbezirk von Celle, hat aber eine Bushaltestelle vor der Tür und man kommt damit schnell in die Innenstadt. Ich hatte das Hotel über Kurztrip.de gebucht, wie schon einige Male vorher. Man bekommt dort nicht nur einen guten Übernachtungspreis, sondern immer ein paar „Goodies“. In diesem Fall war das Busticket enthalten, Frühstück und ein Welcome Drink an der Bar, die allerdings geschlossen hatte. Und hier noch ein Tipp, wenn man als Frau allein reist. Sehr schnell wird man abgespeist, dass eben die Bar nicht offen hat und hofft auf Verständnis. Nein, das hatte ich nicht, es geht einfach ums Prinzip. Also verhandelte ich ein kleines Fläschchen Weißwein heraus, dass ich nach meiner Rückkehr aus der Stadt gemütlich auf meinem Zimmer getrunken habe.

Jetzt aber mal zu Celle: die Stadt hat eine wunderschöne Innenstadt mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern und natürlich das schöne Schloss mit seinem Park. Aber wie vor drei Jahren, war ich für eine Besichtigung des Schlosses zu spät dran. Da blieb mir ein Stadtbummel und ein Essen in einem der vielen Restaurants. Ich erwischte den letzten Bus aus der Stadt zum Hotel, alles sehr entspannt.

Am nächsten Tag verabschiedete ich mich mit einem kleinen Tränchen von meinem Auto und überließ mich anschließend dem Abenteuer Deutsche Bahn. Es ging schon gut los, der Bus vom Autohaus war verspätet, aber ich hatte viel Zeit. Am Bahnhof war die Regionalbahn verspätet, aber es war eine früher als ich geplant hatte, ich wollte früher in Hannover ankommen, da der Bahnhof Celle zum Warten sehr langweilig ist. Das war eine gute Idee diese Bahn zu nehmen, denn meine geplante war dann auch verspätet und mein Anschluss in Hannover hätte ich nicht bekommen. Der Bahnhof von Hannover bietet viel Shopping Möglichkeiten und die Stadt liegt quasi direkt vor der Tür, aber für einen Stadtbummel reichte meine Umsteigezeit nicht. Aber ich konnte Kaffee und Eis in der Sonne im Eiscafé des Bahnhofs genießen. Dann kam mein Zug nach Bremen, natürlich verspätet. Der Umstieg in die Regionalbahn zu meinem Ziel in Bremen habe ich natürlich verpasst, sodass mich meine Freunde mit dem Auto abgeholt haben. So, damit hatte ich das nächste Abenteuer geschafft und entspannte mich bei leckerem Essen. Aber dann war die Entspannung schon rum, mein Freund Michael hatte eine Tour mit dem Nachtwächter in Bremen gebucht. Ich fahre seit mehr als 20 Jahren nach Bremen und dachte mir, was kann der uns denn über die Stadt noch erzählen? Und ich wurde positiv überrascht, bei dem zweistündigen Rundgang lernten wir viel über die politische Geschichte der Stadt vom Mittelalter bis heute, die Geschichte des Dombaus und wie die Menschen im Schnorr Viertel gelebt haben. Ich kann diese Tour nur empfehlen und selbst die Bremer in der Gruppe haben viel über ihre Stadt erfahren.

Nächster Halt: Podcast-Mikrofon

Am nächsten Morgen machten Michael und ich uns an die Aufnahme unsere Podcasts, den wir für die Pasani Academy produzieren. Nach anfänglichen Try-and-error, war das Ding im Kasten und los ging es in die Stadt zum Fischessen. Die Sonne schien traumhaft schön, sodass ein Kaffee auf dem Marktplatz ein Muss war. Noch ein bisschen Shoppen und schon war der Tag um.

„Zoll-to-Date“

Podcast rund um Zoll- & Exportkontrolle

Tja, nicht nur der Tag war um, auch mein Kurztrip nach Celle und Bremen. Die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn am nächsten Tag war zu hundert Prozent pünktlich – es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Reisemangel durch Reiseleiter

Reisemangel durch Reiseleiter

Reisemangel durch Reiseleiter?

Ich bin gefragt worden, welche Möglichkeiten man eigentlich hat, wenn man – wie auf meiner letzten Portugal-Rundreise – mit der Art und Weise der Reiseleitung nicht zufrieden war.
Und ist das überhaupt ein Reisemangel?

Was das Gesetz sagt

Nach § 651i Abs. 2 BGB liegt ein Reisemangel vor, wenn

  • die Reiseleistungen nicht der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit entsprechen,

  • die im Vertrag enthaltenen Angaben zu erheblichen Abweichungen führen,

  • die üblichen Erwartungen an eine Reise vergleichbarer Art nicht erfüllt werden oder

  • zugesicherte Leistungen des Veranstalters bzw. seiner Partner nicht eingehalten werden.

Wenn also der Reiseleiter unfreundlich ist, die Erklärungen langweilig oder der Ton zu scharf – fällt das nicht automatisch unter einen Reisemangel. Es ist unangenehm, ja, aber rechtlich kein Anspruch auf Minderung.

(Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar, sondern spiegelt nur meine persönlichen Erfahrungen und Recherchen wider.)

Was man tun kann

Bei Standortreisen (also mit festem Hotel) kann man theoretisch auf die begleiteten Ausflüge verzichten und den Tag auf eigene Faust gestalten. Dabei verliert man natürlich die gebuchten Leistungen wie Busfahrt oder Eintritt.

Bei klassischen Rundreisen mit ständigem Hotelwechsel ist das nicht möglich, weil Transport und Unterkunft zusammenhängen. Ein Abbruch wäre nur auf eigene Kosten möglich – mit allen finanziellen Nachteilen.

Anders sieht es aus, wenn der Reiseleiter eigenmächtig Programmpunkte streicht oder Verkaufsveranstaltungen einschiebt, die im Programm gar nicht vorgesehen sind – dann kann das tatsächlich ein Reisemangel sein.

Zwischenmenschlich bleibt menschlich

Ich habe auf der Quedlinburg-Reise wieder gemerkt, wie unterschiedlich Eindrücke sein können. Ich fand die Kirchenführer mit ihren kleinen Geschichten wunderbar lebendig – meine Freundin dagegen war eher genervt und wollte „nur die Fakten“.

Das zeigt: Sympathie spielt eine große Rolle, und manchmal passt die Chemie einfach nicht.

Mein Fazit

Manchmal hilft es, einfach entspannt zu bleiben und innerlich auf „Durchzug“ zu schalten – natürlich nicht bei den wichtigen Ansagen zu Treffpunkten oder Abfahrten! Nach der Reise kann man dem Veranstalter ein sachliches Feedback geben. Die meisten sind dankbar für Rückmeldungen, wenn etwas nicht rund lief.

Und dann: abhaken, Tee trinken und sich auf die nächste Reise freuen – denn die wird bestimmt wieder besser. 

Rundreisen sind kein Urlaub

Rundreisen sind kein Urlaub

Einige, die mich kennen, wundern sich immer wieder, dass ich im Urlaub um 5.00 Uhr aufstehe, um zu einer Stadtführung oder einem Ausflug aufzubrechen. Ich bin nämlich eigentlich ein ausgesprochener Abendmensch – morgens lange schlafen, abends lange lesen, das ist mein Rhythmus.

Aber: Rundreisen sind kein Urlaub – weder für die Reisenden noch für die Veranstalter. Sie sind intensive Erlebnisreisen, die in kurzer Zeit möglichst viele Eindrücke, Orte und Informationen vermitteln. Das ist wunderbar, aber eben auch anstrengend.

Nach der Corona-Zeit ist mir aufgefallen, dass viele Veranstalter ihre Programme noch dichter gepackt haben. Statt zehn Tage dauern viele Rundreisen nur noch acht – dafür mit vollem Programm von 8.00 bis 18.00 Uhr. Und da heißt es eben: früh raus, lange Busfahrten, viele neue Eindrücke.

Ich habe für mich entschieden, dass solche Reisen nicht länger als eine Woche dauern dürfen. Danach brauche ich einfach Zeit, um das Erlebte „einsickern zu lassen“.

Was tun, wenn man zwar viel sehen, aber nicht hetzen möchte?

Hier sind meine Tipps und Alternativen, die ich selbst ausprobiert oder auf meiner „Wunschliste“ habe:

1️⃣ Der klassische Hotelurlaub mit Ausflügen

Man bucht Flug und Unterkunft selbst und organisiert vor Ort Tagesausflüge – entweder mit einem örtlichen Anbieter oder dem Mietwagen. So bleibt man flexibel und kann zwischendurch entspannen.

2️⃣ Rundreisen mit Standorthotel

Das ist meine Lieblingsvariante. Kein tägliches Kofferpacken, aber trotzdem viele Eindrücke. Einige Anbieter bieten sogar freie Tage oder nur Halbtagesausflüge an. So war auch meine erste Portugalreise – perfekt ausgewogen zwischen Aktivität und Genuss. (→ Link zum Reisebericht)

3️⃣ Kreuzfahrten

Sehr bequem: nur einmal Koffer ein- und auspacken, jeden Tag ein neues Ziel. Man kann Ausflüge dazubuchen oder einfach auf eigene Faust losziehen. Aber Achtung: Abfahrtszeit im Blick behalten!
Wer mag, kann hier meinen Bericht zu meiner Reise mit den Hurtigruten lesen. (→ Zum Blogbeitrag)

4️⃣ Rundreisen mit weniger Programmpunkten

Achtet bei der Buchung auf die Tageskilometer – das sagt viel über die Reisedichte aus. Und fragt nach Pausenzeiten! Einige Anbieter haben erkannt, dass „langsames Reisen“ wieder gefragt ist.

5️⃣ Rundreise mit anschließendem Strandurlaub

Die perfekte Kombination: erst Land & Leute, dann ein paar Tage Erholung am Meer. Das habe ich schon ausprobiert – funktioniert wunderbar.

Mein Fazit

Die Reisebranche bietet heute für jeden Geschmack etwas. Man muss nur gezielt suchen – und ehrlich mit sich selbst sein, was man körperlich und mental möchte. Gerade für ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Reisende lohnt sich eine gute Beratung.

Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn man eine teure Reise bucht, aber vor lauter Stress oder Erschöpfung kaum genießen kann.

Und was steht 2026 an?
Das verrate ich demnächst auf dem Blog – aber eines kann ich schon sagen: Es wird wieder eine Rundreise dabei sein. Und Meer. Viel Meer. Mein „Schaukeltrauma“ von Stricken & Meer ist nämlich inzwischen verarbeitet. (→ Zum Blogbeitrag) 

Tipp: Reisetagebuch führen!

Um die vielen Eindrücke der Reisen festzuhalten, verlasse ich nicht nur auf die (Smarphone-)Kamera, sondern alle Fotos gehen bei WLan-Anschluss in die Cloud. Schließlich kann sie gestohlen werden, Speicherkarten können defekt sein oder der Akku leer. Auch notiere mir die Namen schöner Orte, toller Lokale und weitere Gedächtsnisstützen sofort, entweder in einem Notizbuch oder ebenfalls über das Smartphone in die Cloud. Allerdings finde ich, dass  ein gut gepflegtes Reisetagebuch ein wundervolles individuelles Andenken ist, das dir die Urlaubsfreude zurückholt. Ich liebe die Notizbücher oder Bullets Journale von Leuchtturm 1917, auf dem Markt gibt es aber auch vorgestaltete Reisetagebücher aller Art.

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Kurzreise nach Quedlinburg

Kurzreise nach Quedlinburg

Entlang der Straße der Romanik

Gernrode – Quedlinburg – Halberstadt

Diesmal war es keine Fernreise, sondern eine wunderschöne Kulturreise in Deutschland, organisiert vom Kulturverein Möhrendorf e. V.. Eine Reiseart, die ich besonders Alleinreisenden empfehlen kann: man kennt viele Mitreisende schon aus dem Verein, man hat Gemeinschaft, und falls mal etwas nicht klappt, ist immer jemand da, der hilft.
Bequemer geht es kaum – der Bus startete direkt in der Dorfmitte.

Tag 1: Möhrendorf → Gernrode → Quedlinburg

Abfahrt war um 7.30 Uhr mit dem Reisebus der Firma Spörlein – bequem, sauber und mit unserem freundlichen Fahrer Fatih. Unsere Reiseleiterin Conny Steigleder begrüßte die 25 Teilnehmer persönlich – das versprach Wohlfühlreisen von Anfang an.

Nach zwei Stunden Fahrt gab es eine Kaffeepause mit selbstgebackenem Kuchen einer Mitreisenden – besser kann man nicht in den Tag starten. Pünktlich um 12.30 Uhr erreichten wir Gernrode. Dort besichtigten wir die beeindruckende Stiftskirche St. Cyriakus. Bei einer spannenden 1,5-stündigen Führung erfuhren wir viel über das Leben der Stiftsdamen im 9. Jahrhundert und konnten sogar das Heilige Grab sehen. Die Kirche war wunderschön – aber eiskalt! Wir waren froh über den warmen Bus danach.

Weiter ging es nach Blankenburg, ins Kloster Michaelstein. Dort gab es Kaffee und Kuchen im Gasthaus „Zum weißen Mönch“. Besonders interessant: die Musikmaschine von Salomon de Caus. Leider ging seine Maschine nie in Betrieb, dem Erfinder kam der 30-jährige Krieg in die Quere. Die Studierenden der TH Aachen haben sie in einer Projektarbeit originalgetreu nachgebaut wurde – und sie funktioniert!

Nach einem kleinen Spaziergang im Klostergarten fuhren wir weiter nach Quedlinburg und bezogen für zwei Nächte unsere Zimmer im Hotel Schlossmühle. Das Hotel Schlossmühle ist wunderschön restauriert, die Zimmer groß und die Betten gemütlich, einzig die Teppichböden haben mich gestört. Ich finde Böden, die man wischen kann, immer hygienischer. Das Abendbuffet bot nicht so eine große Auswahl, dafür ließ das Frühstücksbuffet keine Wünsche offen.

Der Abend endete gemütlich bei Buffet, Wein und netten Gesprächen.

Tag 2: Quedlinburg entdecken

Heute blieb der Bus stehen – wir erkundeten die Weltkulturerbe-Stadt Quedlinburg zu Fuß. Der örtliche Stadtführer machte alles richtig: mit Herz und Humor führte er uns durch die Gassen, erzählte Anekdoten und ließ uns die Stadt wirklich erleben. So hätte ich mir das in Portugal gewünscht!

Wir sahen die wunderschön restaurierten Fachwerkhäuser, das rote Rathaus, geschmückt mit Weinlaub und Geranien.
Zur Mittagspause kehrten wir in die Brauerei Lüdde ein – ein kühles Bier und ein kleiner Snack, perfekt.

Am Nachmittag besichtigten wir die Stiftskirche St. Servatius auf dem Schlossberg mit ihrem berühmten Domschatz. Bevor wir sie allerdings besichtigen konnten, mussten wir in Summe 97 Treppen bis ganz nach oben hochsteigen. Die Belohnung war ein schöner Blick über Quedlinburg und dem Garten. Die Grabstätte von Heinrich I. ist leer – bis heute weiß man nicht, wo seine Gebeine liegen.

Zur Kaffeepause gönnte ich mir im Käsekuchen-Café ein Stück „Heidelbeer-Buttermilch-Käsekuchen“ – köstlich! In diesem Café bieten sie 153 Varianten von Käsekuchen an! Natürlich nicht jeden Tag, alle Sorten.

Am Abend ließen wir den Tag wieder gemütlich im Hotel ausklingen.

Tag 3: Quedlinburg → Halberstadt → Möhrendorf

Um 9.30 Uhr ging es weiter Richtung Halberstadt. Erster Stopp: Harzer Glashütte Derenburg – interessante Führung zur Glasherstellung. Dann Mittagspause und anschließend die letzte romanische Station unserer Reise: der Halberstädter Dom St. Stephanus und St. Sixtus.

Auch hier ein begeisterter Kirchenführer mit Herz und Humor – 1,5 Stunden, die wie im Flug vergingen. Wir erfuhren so viel über die Geschichte des Domes und seinem Schatz, wer wann dort regierte oder wie die Menschen lebten. Noch ein kurzer Blick in den Museumsshop, dann hieß es schon Abschied nehmen.

Um 16.00 Uhr Abfahrt nach Hause – gegen 21.00 Uhr setzte uns Fatih wieder sicher in Möhrendorf ab.

PRO – was mir GUT gefallen hat:

  • Hervorragende Organisation durch Conny Steigleder, bestens recherchierte Führungen

  • Kleine, harmonische Gruppe (25 Teilnehmer)

  • Sehr angenehme Atmosphäre, weil sich viele bereits kannten

  • Kompetente und unterhaltsame Stadtführer

  • Komfortabler Reisebus mit sicherem Fahrer

  • Schönes Hotel mit gutem Frühstück

  • Kultur und Geschichte hautnah, ohne Stress

CONTRA – was mir NICHT gefallen hat:

  • In der Stiftskirche Gernrode zusätzliche Gebühren fürs Fotografieren und Toilettenbenutzung, trotz Eintritt

  • In der Harzer Glashütte ebenfalls Eintritt, Parkgebühr und Toilettengebühr – nicht besonders gastfreundlich

Sabines Tipp:

Wenn ihr Kultur liebt und nicht allein reisen möchtet, schaut euch mal solche Vereinsreisen an – sie sind ideal für Frauen (und Männer), die Gemeinschaft und Komfort schätzen.

Unsere Reiseleiterin Cony Steigleder veranstaltet Frauenreisen, die für alleinreisende Frauen ein absoluter Geheimtipp sind: Frauenreisen mit Conny Steigleder

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