Lüneburger Heide

Lüneburger Heide

Lüneburger Heide im Mai – Natur, Geschichte und blühende Heideflächen

Vom 11. bis 16. Mai 2026 ging es für mich in die Lüneburger Heide. Ich hatte mich schon lange auf diese Reise gefreut, denn die Heide stand schon länger auf meiner Wunschliste. Viele verbinden die Region nur mit der Heideblüte im August oder September, aber auch im Frühjahr hat die Landschaft ihren ganz eigenen Reiz. Frisches Grün, blühende Bäume und die ersten warmen Sonnenstrahlen machten diese Reise zu einer wunderbaren Mischung aus Natur, Geschichte und Entschleunigung.

Tag 1 – 11.05. Anreise – Schneverdingen

Ich war schon mal vor Jahrzehnten in der Lüneburger Heide für ein paar Tage, damals gastierte der Dalai Lama in Schneverdingen und gab Belehrungen. Nun führte die Frühjahrsreise des Kulturvereins mich wieder in dieses Städtchen.

Wir fuhren komfortabel direkt von Möhrendorf Richtung Schneverdingen. Auf der Fahrt bot uns das Busunternehmen Baumüller eine Vesper an, die wir leider im Regen genießen mussten. Die Eisheiligen waren unsere ständigen Begleiter auf dieser Reise. Staufrei erreichten wir unser Ziel und besuchten als erstes die Eine-Welt-Kirche. Diese Kirche wurde im Rahmen der Expo 2000 in Hannover als Außenposten gebaut und wurde in einer sehr ungewöhnlichen Holzbauweise errichtet. In dieser Kirche ist jeder willkommen, egal welcher Konfession er oder sie angehört. Zwar werden dort evangelische Gottesdienste gefeiert, sie steht aber allen Menschen offen. Ein besonderer Blickfang ist der Altar, dort befinden sich Erden aus der ganzen Welt, z. Z. beherbergt er 5000 Exemplare und hat Platz für ca. 7000 Erden. Leider war unsere Möhrendorfer Erde nicht exotisch genug, um dort aufgenommen zu werden. Mehr Informationen findet Ihr hier:

https://www.markusgemeinde-schneverdingen.de

Und über den „Eine-Erde-Altar“ hier: https://www.markusgemeinde-schneverdingen.de/Die-Eine-Welt-Kirche/Der-Eine-Erde-Altar

Nach dem Besuch der Kirche bezogen wir die gemütlichen Zimmer im Hotel Schnuck und ließen uns das Abendessen schmecken.

Tag 2 – 12.05. Serengeti Park in Hodenhagen und De Theeshof Schneverdingen 

Oh je, das Wetter war eine Katastrophe. Bei strömenden Regen fuhren wir zum Serengeti Park. Dort stiegen wir von unserem Reisebus in den Safari-Bus um und während der Rundfahrt im Park hatten wir eine kleine Regenlücke erwischt. Aufgrund der Kälte und Nässe waren viele Tiere in ihren Häusern, aber man bekam schon einen Eindruck von dem schönen, weitläufigen Gelände und wie die Tiere dort leben. Man kann auch mit dem eigenen Auto in den Park fahren, aber das wäre nicht so meins. Ich möchte doch nicht, in meinem kleinen Auto sitzen und der Nashornbulle ich zu Späßen aufgelegt.  Wir konnten dann noch ein bisschen den Park noch zu Fuß erkunden, bevor uns der nächste Regenschwall in das Restaurant trieb. Sehr schade, der Park hat noch viel mehr zu bieten als nur im Safari-Bus durch das Gelände zu fahren.

Wir fuhren zurück nach Schneverdingen, wo am Nachmittag noch eine Führung auf dem De Theeshof auf dem Programm stand. Der Hof ist ein Ensemble alter Bauernhöfe und dient dem Heimatverein als Freilichtmuseum. Dort wurden wir freundlich von den Gästeführern empfangen und erhielten einen Einblick in das Leben der Bauern im 18. Jahrhundert. Da wir so gut aufgepasst hatten, gab es als Belohnung Buchweizenbrot mit Heidehonig, sehr lecker.

https://heimatbund-schneverdingen.de

Anschließend bekamen wir noch eine Stadtrundfahrt und sahen verschiedene Heidearten und die Sehenswürdigkeiten in der Stadt.

Tag 3 – 13.05. Schiffshebewerk Scharnebeck, Lauenburg und Schifffahrt

Es war morgens sehr kalt, aber trocken. So motiviert fuhren wir zum Schiffshebewerk nach Scharnebeck, ein imposantes Bauwerk, dass uns Markus in einer Führung erklärte. Wir konnten auch einen Hebevorgang beobachten, schon spannend, wenn ein ganze Schiff 38 Meter in die Höhe schwebt. Die vielen Technischen Details kann ich nicht wiederholen, aber ihr findet alles auf der Webseite:

https://schiffshebewerk-scharnebeck.de

Wir fuhren weiter nach Lauenburg und da mittlerweile die Sonne schien, konnten wir unseren Spaziergang in Lauenburg richtig genießen. Wir fanden ein kleines Café, das auch Fischbrötchen servierte. Was für ein Genuss so ein frisches Matjesbrötchen sein kann.

Um 14.00 Uhr wartet das Schiff „Lüneburger Heide“ mit Kaffee und Kuchen auf uns. Ich überlegte kurz, ob man zwischen Matjesbrötchen und Himbeersahnekuchen eine Lage Schnaps im Magen legen muss, verwarf den Gedanken aber wieder. Wir fuhren ein Stück auf dem Elbe-Lübeck-Kanal und wurde dann auch im Schiffshebewerke einmal rauf und wieder runter gehoben. Ganz grosses Kino und das bei strahlendem Sonnenschein auf Deck!

Tag 4 – 14.05. Undeloh – Kremserfahrt – Soltau

Nach dem gestrigen Tag mit schönem Wetter meinten die Eisheiligen, jetzt sind wir wieder dran. Bei strömenden Regen saßen wir in unseren Pferdekutschen und froren jämmerlich. Wir wurden über Kopfsteinpflasterwege durch die Heide geschaukelt und es ließ sich keine Heidschnucke auf der großen weiten Heide blicken, sehr verständlich bei dem Regen. Im Dorf Wilsede flüchteten wir schnell ins trockene Museum oder besser noch in den kleinen Laden. Dort war es warm und gab schöne Sachen zum Schauen und Kaufen.

Zurück auf dem Undeloher Hof wärmten wir uns bei Kartoffeleintopf und Grog auf. Dann fuhren wir weiter nach Soltau und da war uns das Wetter wieder holt und wir konnten den Stadtrundgang trockenen Fußes durchführen. Allerdings würde ich sagen, Soltau ist so ziemlich der langweiligste Ort, den ich je besucht habe und die Gästeführerin hatte so ihre Mühe uns die Vorzüge zu erklären.

Tag 5 – 15.05. Lüneburg

Auch in Lüneburg war ich schon mal, aber da ich die Stadt so schön finde, war das eine willkommene Wiederholung. Morgens besichtigten wir das Kloster Lüne, ein bereit 1172 gegründetes Benediktinerinnen Kloster, das bis heute von Klosterdamen bewirtschaftet wird. Die Führerin erzählte uns sehr fundiert und begeisternd über das klösterliche Leben und was die adeligen Damen so alles hergestellt hatten. Interessant war auch die Parallele zu den Stiftsdamen, von denen wir im letzten Herbst in Quedlinburg gehört hatte, denn auch sie hatten großen politischen Einfluss.

Weiter ging es nach Lüneburg, die Besichtigung des Rathauses stand an. Auch dies für mich eine Wiederholung, aber jeder Gästeführer erzählt die Geschichten mit einem anderen Schwerpunkt und unser Führer tat das mit viel Humor. Wenn ihr mal in Lüneburg seid, lasst Euch dieses ehrwürdige Gebäude nicht entgehen.

Nach einer kleinen Stärkung ging es am Nachmittag zur Stadtführung durch Lüneburg. Wir erfuhren viel von der Geschichte rund um das Salz, das Lüneburg damals reich gemacht hat.

Zum Abschluss des anstrengenden Tages wartete ein weiteres Highlight auf uns, ein Abendbuffet mit Heidschnucken-Ragout – sehr lecker!

Tag 6 -16.05. Celle – Heimreise

Kaum zu glauben, aber wir sind beim letzten Tag angekommen. Wir fuhren auf dem Heimweg über Celle und ich konnte endlich mal das Schloss von innen besichtigen, nachdem ich es vor 4 Wochen erst von außen besucht hatte. Auch hier erwartet uns wieder eine interessante Führung und wir lernte viel über die Welfen und „unsere“ Verwandtschaft mit dem Könighaus Dänemark und England. Alles eine große Familie – damals.

Auch auf dem Rückweg fuhren wir mit einer Vesperpause staufrei nach Hause. Wir verabschiedeten uns von unserem Busfahrer Daniel und unserer Reiseleiterin Verena mit dem festen Versprechen, nächstes Jahr geht es wieder gemeinsam auf Reise.

Mein Fazit

Reisen mit dem Kulturverein bildet nicht nur, es verbindet auch interessierte Menschen. Der Komfort ist einzigartig, da die Reisen im Ort beginnen und enden. Die Reise ist auf unsere Wünsche abgestimmt und man kennt und schätzt die Reiseunternehmen seit Jahren.

Positiv – Was mir gefallen hat

  • Unsere Reiseleiterin- und Busfahrer-Team sehr nett und kompetent. Wir wurden richtig verwöhnt.
  • Die örtlichen Reiseführer-/innen waren kompetent und haben uns sehr viel Informationen gegeben. Oft mussten wir sie bremsen, damit wir zum nächsten Punkt weiterkamen.
  • Das Hotel Schnuck ist sehr angenehm, schöne Zimmer, sehr ruhig. Tolles Frühstücksbuffet und das Freitagabend Buffet.
  • Das Frühstücksbuffet hatte einen elektrischen Butterspender, sehr interessant.
  • Die Gruppe war sehr pünktlich und passte gut aufeinander auf. Unsere Laune blieb trotz Regen und Wind gut. Viele interessante Gespräche, man hat sich neu oder besser kennengelernt.

Negativ – Was mir nicht gefallen hat

Das einzig Negative war das Wetter, aber das können wir ja nicht beeinflussen.

Neutral / Geschmackssache

Das Abendessen im Hotel war ein Menü, die Suppen sehr einheitlich und Sahne-lastig. Alles etwas wenig gewürzt.

Buchtipp

aus dem Museumshop des Celler Schlosses:

Der Besuch des Leibarztes: Roman

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Celle und Bremen

Celle und Bremen

Dieser Kurztrip war zwar eigentlich nur ein pragmatischer Autotausch, wurde aber trotzdem zu einem kleinen Kurzurlaub.  Nach drei Jahren Leasing war es so weit mein Auto wieder zum Autohändler nach Celle zurückzufahren. Obwohl ich jetzt schon E-Auto-Erfahrung habe, bin ich aber nicht viele Langstrecken gefahren, sodass ich neben der Wehmut, das schön Auto abzugeben, auch ein wenig aufgeregt war. Außerdem meinte mein Auto sich mal gebührend von mir zu verabschieden, indem es so navigierte, dass ich mit 14 % Batterieladung an der Ladesäule ankommen sollte. Für nicht E-Autofahrerinnen, die Autos planen die Ladestationen bei der Navigation mit ein. Ich fuhr also brav langsam auf der A73 Richtung Norden über Erfurt und dann über die Landstraße der Ladestation entgegen. Als die Batterie unter 20 % ging und irgendwie keine Raststätte in Sicht kam, wurde ich dort etwas nervös. Mit den geplanten 14 % kam ich auf einen Parkplatz von Edeka an und war erstmal verwirrt, aber dann entdeckte ich die Ladesäulen. Ich meinte dann kurz zum Auto, dass es wohl einen Knall hätte, soll ich hier den ganzen Tag etwas stehen und laden? Aber nein, es waren 150 KW Ladesäulen und bevor ich noch den Kaffee und Kuchen im angrenzenden Supermarkt Café (das auch Gottseidank eine Toilette hatte) getrunken hatte, war es wieder voll.

Entspannt fuhr ich dann das letzte Stück über die A7 nach Celle und kam in meinem Hesse Hotel Celle an. Das Hotel liegt in einem Außenbezirk von Celle, hat aber eine Bushaltestelle vor der Tür und man kommt damit schnell in die Innenstadt. Ich hatte das Hotel über Kurztrip.de gebucht, wie schon einige Male vorher. Man bekommt dort nicht nur einen guten Übernachtungspreis, sondern immer ein paar „Goodies“. In diesem Fall war das Busticket enthalten, Frühstück und ein Welcome Drink an der Bar, die allerdings geschlossen hatte. Und hier noch ein Tipp, wenn man als Frau allein reist. Sehr schnell wird man abgespeist, dass eben die Bar nicht offen hat und hofft auf Verständnis. Nein, das hatte ich nicht, es geht einfach ums Prinzip. Also verhandelte ich ein kleines Fläschchen Weißwein heraus, dass ich nach meiner Rückkehr aus der Stadt gemütlich auf meinem Zimmer getrunken habe.

Jetzt aber mal zu Celle: die Stadt hat eine wunderschöne Innenstadt mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern und natürlich das schöne Schloss mit seinem Park. Aber wie vor drei Jahren, war ich für eine Besichtigung des Schlosses zu spät dran. Da blieb mir ein Stadtbummel und ein Essen in einem der vielen Restaurants. Ich erwischte den letzten Bus aus der Stadt zum Hotel, alles sehr entspannt.

Am nächsten Tag verabschiedete ich mich mit einem kleinen Tränchen von meinem Auto und überließ mich anschließend dem Abenteuer Deutsche Bahn. Es ging schon gut los, der Bus vom Autohaus war verspätet, aber ich hatte viel Zeit. Am Bahnhof war die Regionalbahn verspätet, aber es war eine früher als ich geplant hatte, ich wollte früher in Hannover ankommen, da der Bahnhof Celle zum Warten sehr langweilig ist. Das war eine gute Idee diese Bahn zu nehmen, denn meine geplante war dann auch verspätet und mein Anschluss in Hannover hätte ich nicht bekommen. Der Bahnhof von Hannover bietet viel Shopping Möglichkeiten und die Stadt liegt quasi direkt vor der Tür, aber für einen Stadtbummel reichte meine Umsteigezeit nicht. Aber ich konnte Kaffee und Eis in der Sonne im Eiscafé des Bahnhofs genießen. Dann kam mein Zug nach Bremen, natürlich verspätet. Der Umstieg in die Regionalbahn zu meinem Ziel in Bremen habe ich natürlich verpasst, sodass mich meine Freunde mit dem Auto abgeholt haben. So, damit hatte ich das nächste Abenteuer geschafft und entspannte mich bei leckerem Essen. Aber dann war die Entspannung schon rum, mein Freund Michael hatte eine Tour mit dem Nachtwächter in Bremen gebucht. Ich fahre seit mehr als 20 Jahren nach Bremen und dachte mir, was kann der uns denn über die Stadt noch erzählen? Und ich wurde positiv überrascht, bei dem zweistündigen Rundgang lernten wir viel über die politische Geschichte der Stadt vom Mittelalter bis heute, die Geschichte des Dombaus und wie die Menschen im Schnorr Viertel gelebt haben. Ich kann diese Tour nur empfehlen und selbst die Bremer in der Gruppe haben viel über ihre Stadt erfahren.

Nächster Halt: Podcast-Mikrofon

Am nächsten Morgen machten Michael und ich uns an die Aufnahme unsere Podcasts, den wir für die Pasani Academy produzieren. Nach anfänglichen Try-and-error, war das Ding im Kasten und los ging es in die Stadt zum Fischessen. Die Sonne schien traumhaft schön, sodass ein Kaffee auf dem Marktplatz ein Muss war. Noch ein bisschen Shoppen und schon war der Tag um.

„Zoll-to-Date“

Podcast rund um Zoll- & Exportkontrolle

Tja, nicht nur der Tag war um, auch mein Kurztrip nach Celle und Bremen. Die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn am nächsten Tag war zu hundert Prozent pünktlich – es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Wieder Leipzig – und doch ganz anders

Wieder Leipzig – und doch ganz anders

Ein Wochenende zwischen Wolle, Zoo und Freundinnen

Ende März hieß es für mich: auf nach Leipzig! Bereits zum wiederholten Mal – und trotzdem fühlte sich dieses Wochenende völlig neu an. Der Anlass war schnell gefunden: ein Treffen mit vier wunderbaren Frauen, die ich von meiner Reise „Stricken und Meer“ kenne. Und natürlich gab es dafür nur einen passenden Grund: das Leipziger Wollefest.

Da wir unsere Abende unbedingt gemeinsam, gemütlich und mit Strickzeug verbringen wollten, kam ein klassisches Hotel für uns nicht infrage. Die Lösung war perfekt: ein großzügiges Apartment mitten in der Stadt.

Wohnen mitten in Leipzig – unsere perfekte Basis

Fündig wurden wir beim Apartment Central, das mehrere Apartmenthäuser in der Leipziger Innenstadt betreibt. Je nach Bedarf gibt es dort unterschiedlich große Apartments mit Küche, Bad, mehreren Schlafzimmern und Schlafcouch. Unser Apartment lag ideal:

  • ca. 15 Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof
  • 10 Minuten zur Innenstadt
  • 10 Minuten zum Zoo

Besser geht es kaum.

Auch an die Anreise war gedacht: Zwar fährt eine Straßenbahn nahegelegen zur Messe, doch da wir zu fünft waren, erwies sich das Auto als günstiger. Sehr praktisch war zudem die Möglichkeit, direkt über das Apartment einen Parkplatz mitzubuchen – in Leipzig ein echter Vorteil.

Ankommen mit Hindernissen – Bahnabenteuer deluxe

Die Vorbereitungen liefen reibungslos: Unsere zwei Autofahrerinnen kümmerten sich um Frühstückseinkäufe und sorgten für einen gut gefüllten Wein- und Wasservorrat. Wir anderen drei reisten mit der Deutschen Bahn an – und erlebten dabei ganz eigene kleine Abenteuer.

Eine Freundin aus dem hohen Norden „verlor“ unterwegs den Anschluss und kam erst am frühen Abend an. Eine andere, aus der Mitte Deutschlands, verlor gleich die komplette Zugverbindung und musste sich erneut durch den Buchungsdschungel kämpfen. Und ich? Unglaublich, aber wahr: pünktlicher Zug, nettes Zugpersonal, guter Kaffee und funktionierende Bordtoilette. Da fragt man sich doch kurz, ob man träumt.

Erster Abend: Ankommen, Essen, Stricken

Nachdem wir uns im Apartment häuslich eingerichtet hatten, machten wir einen kleinen Stadtbummel, holten unsere verspätete Mitreisende vom Bahnhof ab und trafen uns pünktlich zum Abendessen bei einem Italiener um die Ecke. Anschließend ging es zurück ins Apartment: aufs Sofa, mit Strickzeug, Gesprächen und jeder Menge Lachen – genau so hatten wir uns den Start vorgestellt.

Wollfest & Reizüberflutung

Der nächste Morgen begann perfekt: Um 8:30 Uhr kam bereits die Nachricht unserer Frühaufsteherin – „Kaffee ist fertig“. Und was uns erwartete, war ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Messe.

Dank Online-Tickets ging der Einlass schnell, und in der Glaskuppelhalle traf uns erst einmal die volle Wucht des Wollefests: Stand an Stand, Farben überall, hochwertige Qualitäten, viel Handgefärbtes, viel Regionales. Wir ließen uns treiben, prüften Garne, planten Projekte – hielten uns mit dem Kaufen aber überraschend zurück, denn günstig ist dieses Hobby bekanntlich nicht. Kurz nach Mittag waren wir uns einig: Es reicht. Zeit für einen Kontrast.

Kontrastprogramm Zoo – tropisch, ruhig, entspannt

Nach einem kurzen Abstecher ins Apartment ging es weiter in den Leipziger Zoo. Punkt 15 Uhr nutzten wir das Abendticket – ein echter Spartipp. Unser erstes Ziel war das Gondwanaland, ein riesiges tropisches Glashaus. Zu unserer Freude war es dort erstaunlich leer, sodass wir ohne lange Wartezeit eine Bootsfahrt durch die Anlage machen konnten (kleiner Aufpreis, aber absolut lohnenswert).

Praktischer Hinweis am Rande: Im Untergeschoss gibt es bei den Toiletten zahlreiche Schließfächer – ideal, um dicke Jacken zu verstauen. Leider entdeckten wir sie erst beim Verlassen. Trotz kühlen Wetters schafften wir es, in den drei Stunden bis zur Schließung fast alles zu sehen. Nur einige Tiere bevorzugten verständlicherweise ihre warmen Innenbereiche.

Leipziger Klassiker & gemütlicher Ausklang

Mit müden Füßen, aber glücklich, kamen wir gegen 18:30 Uhr zurück ins Apartment, frisch gemacht – und dann auf zum Auerbachkeller, ein absolutes Muss in Leipzig. Ja, es ist laut, aber die historische Atmosphäre mit den bemalten Decken ist einmalig. Danach ließen wir den Abend wieder ganz gemütlich bei Stricken und Wein auf dem Sofa ausklingen.

Abschied – mit Wehmut und Vorfreude

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn um 11 Uhr musste das Apartment geräumt sein. Also gab es um 8:30 Uhr nochmals „Kaffee ist fertig“, gemeinsames Frühstück, Aufräumen, Müll entsorgen und Küche putzen – letzteres sehr wichtig, sonst wird es teuer. Danach saßen wir noch eine Weile in der großen, sehr bequemen Lounge des Hauses, wo es ganztägig kostenlosen Kaffee, Tee und Wasser gibt.

Gegen Mittag löste sich unsere Gruppe langsam auf. Die Rückreisen verliefen diesmal ohne Zwischenfälle, und wir blickten glücklich auf ein wunderbares Wochenende zurück – voller Eindrücke, Gespräche, gutem Essen und natürlich vieler Strickideen. Das nächste Treffen ist bereits verabredet: im Norden, in Travemünde.

Fazit:

  • Restaurants unbedingt reservieren, besonders am Wochenende (vor allem den Auerbachkeller).
  • Tickets online vorbestellen, das spart Zeit und Nerven.
  • Der Leipziger Hauptbahnhof ist ein kleines Einkaufszentrum mit vielen günstigen Essensmöglichkeiten.
  • Für Gruppen ist ein Apartment ideal: gemütliche Abende und deutlich geringere Ausgaben für Frühstück & Getränke.

Leipzig hat unglaublich viel zu bieten – eigentlich bräuchte man mehrere Tage. Oder man macht es wie ich und kommt einfach immer wieder. 

Kurzreise nach Quedlinburg

Kurzreise nach Quedlinburg

Entlang der Straße der Romanik

Gernrode – Quedlinburg – Halberstadt

Diesmal war es keine Fernreise, sondern eine wunderschöne Kulturreise in Deutschland, organisiert vom Kulturverein Möhrendorf e. V.. Eine Reiseart, die ich besonders Alleinreisenden empfehlen kann: man kennt viele Mitreisende schon aus dem Verein, man hat Gemeinschaft, und falls mal etwas nicht klappt, ist immer jemand da, der hilft.
Bequemer geht es kaum – der Bus startete direkt in der Dorfmitte.

Tag 1: Möhrendorf → Gernrode → Quedlinburg

Abfahrt war um 7.30 Uhr mit dem Reisebus der Firma Spörlein – bequem, sauber und mit unserem freundlichen Fahrer Fatih. Unsere Reiseleiterin Conny Steigleder begrüßte die 25 Teilnehmer persönlich – das versprach Wohlfühlreisen von Anfang an.

Nach zwei Stunden Fahrt gab es eine Kaffeepause mit selbstgebackenem Kuchen einer Mitreisenden – besser kann man nicht in den Tag starten. Pünktlich um 12.30 Uhr erreichten wir Gernrode. Dort besichtigten wir die beeindruckende Stiftskirche St. Cyriakus. Bei einer spannenden 1,5-stündigen Führung erfuhren wir viel über das Leben der Stiftsdamen im 9. Jahrhundert und konnten sogar das Heilige Grab sehen. Die Kirche war wunderschön – aber eiskalt! Wir waren froh über den warmen Bus danach.

Weiter ging es nach Blankenburg, ins Kloster Michaelstein. Dort gab es Kaffee und Kuchen im Gasthaus „Zum weißen Mönch“. Besonders interessant: die Musikmaschine von Salomon de Caus. Leider ging seine Maschine nie in Betrieb, dem Erfinder kam der 30-jährige Krieg in die Quere. Die Studierenden der TH Aachen haben sie in einer Projektarbeit originalgetreu nachgebaut wurde – und sie funktioniert!

Nach einem kleinen Spaziergang im Klostergarten fuhren wir weiter nach Quedlinburg und bezogen für zwei Nächte unsere Zimmer im Hotel Schlossmühle. Das Hotel Schlossmühle ist wunderschön restauriert, die Zimmer groß und die Betten gemütlich, einzig die Teppichböden haben mich gestört. Ich finde Böden, die man wischen kann, immer hygienischer. Das Abendbuffet bot nicht so eine große Auswahl, dafür ließ das Frühstücksbuffet keine Wünsche offen.

Der Abend endete gemütlich bei Buffet, Wein und netten Gesprächen.

Tag 2: Quedlinburg entdecken

Heute blieb der Bus stehen – wir erkundeten die Weltkulturerbe-Stadt Quedlinburg zu Fuß. Der örtliche Stadtführer machte alles richtig: mit Herz und Humor führte er uns durch die Gassen, erzählte Anekdoten und ließ uns die Stadt wirklich erleben. So hätte ich mir das in Portugal gewünscht!

Wir sahen die wunderschön restaurierten Fachwerkhäuser, das rote Rathaus, geschmückt mit Weinlaub und Geranien.
Zur Mittagspause kehrten wir in die Brauerei Lüdde ein – ein kühles Bier und ein kleiner Snack, perfekt.

Am Nachmittag besichtigten wir die Stiftskirche St. Servatius auf dem Schlossberg mit ihrem berühmten Domschatz. Bevor wir sie allerdings besichtigen konnten, mussten wir in Summe 97 Treppen bis ganz nach oben hochsteigen. Die Belohnung war ein schöner Blick über Quedlinburg und dem Garten. Die Grabstätte von Heinrich I. ist leer – bis heute weiß man nicht, wo seine Gebeine liegen.

Zur Kaffeepause gönnte ich mir im Käsekuchen-Café ein Stück „Heidelbeer-Buttermilch-Käsekuchen“ – köstlich! In diesem Café bieten sie 153 Varianten von Käsekuchen an! Natürlich nicht jeden Tag, alle Sorten.

Am Abend ließen wir den Tag wieder gemütlich im Hotel ausklingen.

Tag 3: Quedlinburg → Halberstadt → Möhrendorf

Um 9.30 Uhr ging es weiter Richtung Halberstadt. Erster Stopp: Harzer Glashütte Derenburg – interessante Führung zur Glasherstellung. Dann Mittagspause und anschließend die letzte romanische Station unserer Reise: der Halberstädter Dom St. Stephanus und St. Sixtus.

Auch hier ein begeisterter Kirchenführer mit Herz und Humor – 1,5 Stunden, die wie im Flug vergingen. Wir erfuhren so viel über die Geschichte des Domes und seinem Schatz, wer wann dort regierte oder wie die Menschen lebten. Noch ein kurzer Blick in den Museumsshop, dann hieß es schon Abschied nehmen.

Um 16.00 Uhr Abfahrt nach Hause – gegen 21.00 Uhr setzte uns Fatih wieder sicher in Möhrendorf ab.

PRO – was mir GUT gefallen hat:

  • Hervorragende Organisation durch Conny Steigleder, bestens recherchierte Führungen

  • Kleine, harmonische Gruppe (25 Teilnehmer)

  • Sehr angenehme Atmosphäre, weil sich viele bereits kannten

  • Kompetente und unterhaltsame Stadtführer

  • Komfortabler Reisebus mit sicherem Fahrer

  • Schönes Hotel mit gutem Frühstück

  • Kultur und Geschichte hautnah, ohne Stress

CONTRA – was mir NICHT gefallen hat:

  • In der Stiftskirche Gernrode zusätzliche Gebühren fürs Fotografieren und Toilettenbenutzung, trotz Eintritt

  • In der Harzer Glashütte ebenfalls Eintritt, Parkgebühr und Toilettengebühr – nicht besonders gastfreundlich

Sabines Tipp:

Wenn ihr Kultur liebt und nicht allein reisen möchtet, schaut euch mal solche Vereinsreisen an – sie sind ideal für Frauen (und Männer), die Gemeinschaft und Komfort schätzen.

Unsere Reiseleiterin Cony Steigleder veranstaltet Frauenreisen, die für alleinreisende Frauen ein absoluter Geheimtipp sind: Frauenreisen mit Conny Steigleder

Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben

Price: 12,00 €

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Portugal im Laufschritt

Portugal im Laufschritt

Meine Rundreise von der Algarve bis Porto

Portugal lässt mich einfach nicht los. Nachdem ich im letzten Jahr schon die Algarve bereist hatte, wollte ich diesmal mehr sehen – von der südlichsten Spitze bis in den Norden, von Albufeira über Lissabon bis nach Porto. Also habe ich wieder bei der Firma Klemm gebucht, in der Hoffnung, dass diese Reise genauso schön und entspannt wird wie meine erste.

Aber – wie so oft im Leben – kam es ein bisschen anders.

Die Route klang traumhaft: Sonne, Meer, Geschichte, Kultur, Wein und das Douro-Tal. Und ja, all das habe ich gesehen – aber im wahrsten Sinne des Wortes im Schnelldurchlauf. Unsere Gruppe bestand aus 38 Teilnehmern, und das hat man an jeder Ecke gemerkt: beim Stadtbummel, beim Essen, beim Einsteigen in den Bus. Die Reiseleiterin hatte es sicher nicht leicht, wir mit ihr jedoch auch nicht… Statt portugiesischem Lebensgefühl gab’s oft straffes Timing. Natürlich habe ich dennoch viele Fotos gemacht, die du in meinen ausführlichen Reisebericht entdecken kannst.

Trotzdem: Portugal hat mich wieder verzaubert.


Die Küste an der Algarve, die Brise am Cabo de São Vicente, die bunten Gassen von Lissabon, das elegante Cascais, die stillen Klöster von Alcobaça und Batalha, das vibrierende Porto und schließlich die herrliche Schifffahrt auf dem Douro – sie alle haben ihren eigenen Zauber. Besonders der Norden, mit seiner herbstlichen Sonne, dem Portwein und den sanften Hügeln voller Weinreben, war ein wunderschöner Abschluss.

Auch kulinarisch wurde ich nicht enttäuscht: fangfrischer Fisch, kräftiger Kaffee, süße Pastéis de Nata und ein Glas kühler Vinho Verde – Portugal weiß, wie man genießt.

Und nun bin ich sogar
zertifizierte Algarvereisende!

Was bleibt also von dieser Rundreise?
Viele Eindrücke, viele Kilometer, viele Geschichten – und die Erkenntnis, dass ich beim nächsten Mal lieber in kleinerer Gruppe unterwegs bin, mit mehr Zeit, um zu schauen, zu schmecken und zu spüren.

Portugal ist einfach zu schön, um es im Laufschritt zu erleben.

Den ausführlichen Bericht mit allen Etappen, Tipps und Bewertungen findest du hier:

Kurztrip nach Stuttgart

Kurztrip nach Stuttgart

Zwischen Zollkonfernz und Kultur: Mein Kurztrip nach Stuttgart

Ich fuhr für die Zolltagung „Zollwärts“ nach Stuttgart, die Hauptstadt Baden-Württembergs.

Nach einer angenehmen Zugfahrt im IC durchgehend von Erlangen nach Stuttgart erreichte ich pünktlich am frühen Nachmittag den Hauptbahnhof Stuttgart. Es geschehen bei der Bahn noch „Zeichen und Wunder“. Der Bahnhof ist durch die Riesenbaustelle „Stuttgart 21“ geprägt. Man läuft auf einer großen Rampe barrierefrei bis runter in die U-Bahn oder in die Stadt. Es gibt auch einen Shuttle-Service für Fahrgäste, wie am Flughafen Frankfurt. Stuttgart hat ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz und die Preise sind annehmbar, die Tageskarte kostet für den Stadtbereich EUR 7,–. Mein Hotel das „Premiere Inn“ lag direkt an der U-Bahn-Haltestelle und günstig zum Tagungsort, der „Wagenhalle Stuttgart“.

Kleiner Nachmittagsspaziergang

Am Nachmittag spazierte ich durch die Innenstadt und konnte einige Sehenswürdigkeiten, wie das Schloss, die Kanzlei und Kirchen von außen bewundern. Die Markthalle habe ich mir auch von innen angesehen, schöne Marktstände mit allerlei kulinarischen Verführungen. Auch das Geschäft Merz und Bensing lädt zum Bummeln ein, an den viele schöne Dekorationsgegenstände, allerdings in gehobener Preiseklasse, konnte ich mich sattsehen.

Weiter ging der Stadtbummel und die zahlreichen Cafés und kleinen Bäckereien luden zum Verweilen ein. Das habe ich natürlich angenommen und mir eine gute Tasse Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen gegönnt. Den Abend habe ich mit einer Bekannten ausklingen lassen, ebenfalls mit leckerem Essen und einem lokalen Wein.

Zollwärts – das neue Tagungsformat

Die Zolltagung am nächsten Tag war für mich ein erfrischend neues Format, dass uns die etwas schweren und trockenen Zollthemen mit tollen Vorträgen, Panels, Musik und sogar mit Stand-Up Comedians nahegebracht hat. Ganz besonders wertvoll waren die vielen Gespräche mit Gleichgesinnten. Ich glaube, einige Kontakte werden auch weiterhin bestehen bleiben. Der Tag wurde auch kulinarisch begleitet, am Abend gab es ein sehr leckeres Buffet, Getränke und gute Musik. Ein rundum schöner Tagungstag!

Fazit:

Leider hieß es für mich am nächsten Tag schon wieder Abschied nehmen von Stuttgart, das so viel mehr zu bieten hat, als ich sehen konnte, z. B. für Kulturinteressierte eine breite Palette an Museen, wie das Mercedes-Benz Museum, das nicht nur für Autoliebhaber spannend ist. Auch die Staatsgalerie lohnt einen Besuch: Hier findet man Werke berühmter Künstler von der Klassik bis zur Moderne.

Auch Stuttgarts grüne Seite konnte ich nicht genießen, den Schlossgarten, der sich vom Hauptbahnhof bis zum Neckar zieht, oder den Rosensteinpark mit seinem Schloss und Botanischen Garten. Negativ an Stuttgart sind mir die vielen Baustellen in der Stadt aufgefallen, nicht nur die riesige Bahnhof-Baustelle, sondern auch in der Stadt werden viele Häuser, Straßen und Plätze modernisiert, das stört leider sehr, denn man ist ständig damit beschäftigt, die Straßenseite zu wechseln, um den Baustellen auszuweichen. Das ist aber auch ein Argument noch mal wieder zu kommen, wenn die Stadt in neuem und alten Glanz erstrahlt.

Übrigens, die Rückfahrt im IC lief dann nicht so glatt, aber Schwamm drüber. 

Mein persönliches Fazit:

  • ✅ Architektur & Atmosphäre: ein Besuch wert

  • ✅ Öffentlicher Nahverkehr: praktisch und kostengünstig

  • ❌ Die vielen Baustellen in Stuttgart

  • ❌ Die Bahn wie immer ein Wackelkandidat

  • ✅ Leckeres Essen überall

  • ✅ Schöne Zolltagung

Wenn Du also überlegst, Stuttgart zu besuchen: Die Stadt lohnt sich, aber man muss ein bisschen Hürdenlaufen.