Wieder Leipzig – und doch ganz anders

Wieder Leipzig – und doch ganz anders

Ein Wochenende zwischen Wolle, Zoo und Freundinnen

Ende März hieß es für mich: auf nach Leipzig! Bereits zum wiederholten Mal – und trotzdem fühlte sich dieses Wochenende völlig neu an. Der Anlass war schnell gefunden: ein Treffen mit vier wunderbaren Frauen, die ich von meiner Reise „Stricken und Meer“ kenne. Und natürlich gab es dafür nur einen passenden Grund: das Leipziger Wollefest.

Da wir unsere Abende unbedingt gemeinsam, gemütlich und mit Strickzeug verbringen wollten, kam ein klassisches Hotel für uns nicht infrage. Die Lösung war perfekt: ein großzügiges Apartment mitten in der Stadt.

Wohnen mitten in Leipzig – unsere perfekte Basis

Fündig wurden wir beim Apartment Central, das mehrere Apartmenthäuser in der Leipziger Innenstadt betreibt. Je nach Bedarf gibt es dort unterschiedlich große Apartments mit Küche, Bad, mehreren Schlafzimmern und Schlafcouch. Unser Apartment lag ideal:

  • ca. 15 Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof
  • 10 Minuten zur Innenstadt
  • 10 Minuten zum Zoo

Besser geht es kaum.

Auch an die Anreise war gedacht: Zwar fährt eine Straßenbahn nahegelegen zur Messe, doch da wir zu fünft waren, erwies sich das Auto als günstiger. Sehr praktisch war zudem die Möglichkeit, direkt über das Apartment einen Parkplatz mitzubuchen – in Leipzig ein echter Vorteil.

Ankommen mit Hindernissen – Bahnabenteuer deluxe

Die Vorbereitungen liefen reibungslos: Unsere zwei Autofahrerinnen kümmerten sich um Frühstückseinkäufe und sorgten für einen gut gefüllten Wein- und Wasservorrat. Wir anderen drei reisten mit der Deutschen Bahn an – und erlebten dabei ganz eigene kleine Abenteuer.

Eine Freundin aus dem hohen Norden „verlor“ unterwegs den Anschluss und kam erst am frühen Abend an. Eine andere, aus der Mitte Deutschlands, verlor gleich die komplette Zugverbindung und musste sich erneut durch den Buchungsdschungel kämpfen. Und ich? Unglaublich, aber wahr: pünktlicher Zug, nettes Zugpersonal, guter Kaffee und funktionierende Bordtoilette. Da fragt man sich doch kurz, ob man träumt.

Erster Abend: Ankommen, Essen, Stricken

Nachdem wir uns im Apartment häuslich eingerichtet hatten, machten wir einen kleinen Stadtbummel, holten unsere verspätete Mitreisende vom Bahnhof ab und trafen uns pünktlich zum Abendessen bei einem Italiener um die Ecke. Anschließend ging es zurück ins Apartment: aufs Sofa, mit Strickzeug, Gesprächen und jeder Menge Lachen – genau so hatten wir uns den Start vorgestellt.

Wollfest & Reizüberflutung

Der nächste Morgen begann perfekt: Um 8:30 Uhr kam bereits die Nachricht unserer Frühaufsteherin – „Kaffee ist fertig“. Und was uns erwartete, war ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Messe.

Dank Online-Tickets ging der Einlass schnell, und in der Glaskuppelhalle traf uns erst einmal die volle Wucht des Wollefests: Stand an Stand, Farben überall, hochwertige Qualitäten, viel Handgefärbtes, viel Regionales. Wir ließen uns treiben, prüften Garne, planten Projekte – hielten uns mit dem Kaufen aber überraschend zurück, denn günstig ist dieses Hobby bekanntlich nicht. Kurz nach Mittag waren wir uns einig: Es reicht. Zeit für einen Kontrast.

Kontrastprogramm Zoo – tropisch, ruhig, entspannt

Nach einem kurzen Abstecher ins Apartment ging es weiter in den Leipziger Zoo. Punkt 15 Uhr nutzten wir das Abendticket – ein echter Spartipp. Unser erstes Ziel war das Gondwanaland, ein riesiges tropisches Glashaus. Zu unserer Freude war es dort erstaunlich leer, sodass wir ohne lange Wartezeit eine Bootsfahrt durch die Anlage machen konnten (kleiner Aufpreis, aber absolut lohnenswert).

Praktischer Hinweis am Rande: Im Untergeschoss gibt es bei den Toiletten zahlreiche Schließfächer – ideal, um dicke Jacken zu verstauen. Leider entdeckten wir sie erst beim Verlassen. Trotz kühlen Wetters schafften wir es, in den drei Stunden bis zur Schließung fast alles zu sehen. Nur einige Tiere bevorzugten verständlicherweise ihre warmen Innenbereiche.

Leipziger Klassiker & gemütlicher Ausklang

Mit müden Füßen, aber glücklich, kamen wir gegen 18:30 Uhr zurück ins Apartment, frisch gemacht – und dann auf zum Auerbachkeller, ein absolutes Muss in Leipzig. Ja, es ist laut, aber die historische Atmosphäre mit den bemalten Decken ist einmalig. Danach ließen wir den Abend wieder ganz gemütlich bei Stricken und Wein auf dem Sofa ausklingen.

Abschied – mit Wehmut und Vorfreude

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn um 11 Uhr musste das Apartment geräumt sein. Also gab es um 8:30 Uhr nochmals „Kaffee ist fertig“, gemeinsames Frühstück, Aufräumen, Müll entsorgen und Küche putzen – letzteres sehr wichtig, sonst wird es teuer. Danach saßen wir noch eine Weile in der großen, sehr bequemen Lounge des Hauses, wo es ganztägig kostenlosen Kaffee, Tee und Wasser gibt.

Gegen Mittag löste sich unsere Gruppe langsam auf. Die Rückreisen verliefen diesmal ohne Zwischenfälle, und wir blickten glücklich auf ein wunderbares Wochenende zurück – voller Eindrücke, Gespräche, gutem Essen und natürlich vieler Strickideen. Das nächste Treffen ist bereits verabredet: im Norden, in Travemünde.

Fazit:

  • Restaurants unbedingt reservieren, besonders am Wochenende (vor allem den Auerbachkeller).
  • Tickets online vorbestellen, das spart Zeit und Nerven.
  • Der Leipziger Hauptbahnhof ist ein kleines Einkaufszentrum mit vielen günstigen Essensmöglichkeiten.
  • Für Gruppen ist ein Apartment ideal: gemütliche Abende und deutlich geringere Ausgaben für Frühstück & Getränke.

Leipzig hat unglaublich viel zu bieten – eigentlich bräuchte man mehrere Tage. Oder man macht es wie ich und kommt einfach immer wieder. 

Kurzreise nach Quedlinburg

Kurzreise nach Quedlinburg

Entlang der Straße der Romanik

Gernrode – Quedlinburg – Halberstadt

Diesmal war es keine Fernreise, sondern eine wunderschöne Kulturreise in Deutschland, organisiert vom Kulturverein Möhrendorf e. V.. Eine Reiseart, die ich besonders Alleinreisenden empfehlen kann: man kennt viele Mitreisende schon aus dem Verein, man hat Gemeinschaft, und falls mal etwas nicht klappt, ist immer jemand da, der hilft.
Bequemer geht es kaum – der Bus startete direkt in der Dorfmitte.

Tag 1: Möhrendorf → Gernrode → Quedlinburg

Abfahrt war um 7.30 Uhr mit dem Reisebus der Firma Spörlein – bequem, sauber und mit unserem freundlichen Fahrer Fatih. Unsere Reiseleiterin Conny Steigleder begrüßte die 25 Teilnehmer persönlich – das versprach Wohlfühlreisen von Anfang an.

Nach zwei Stunden Fahrt gab es eine Kaffeepause mit selbstgebackenem Kuchen einer Mitreisenden – besser kann man nicht in den Tag starten. Pünktlich um 12.30 Uhr erreichten wir Gernrode. Dort besichtigten wir die beeindruckende Stiftskirche St. Cyriakus. Bei einer spannenden 1,5-stündigen Führung erfuhren wir viel über das Leben der Stiftsdamen im 9. Jahrhundert und konnten sogar das Heilige Grab sehen. Die Kirche war wunderschön – aber eiskalt! Wir waren froh über den warmen Bus danach.

Weiter ging es nach Blankenburg, ins Kloster Michaelstein. Dort gab es Kaffee und Kuchen im Gasthaus „Zum weißen Mönch“. Besonders interessant: die Musikmaschine von Salomon de Caus. Leider ging seine Maschine nie in Betrieb, dem Erfinder kam der 30-jährige Krieg in die Quere. Die Studierenden der TH Aachen haben sie in einer Projektarbeit originalgetreu nachgebaut wurde – und sie funktioniert!

Nach einem kleinen Spaziergang im Klostergarten fuhren wir weiter nach Quedlinburg und bezogen für zwei Nächte unsere Zimmer im Hotel Schlossmühle. Das Hotel Schlossmühle ist wunderschön restauriert, die Zimmer groß und die Betten gemütlich, einzig die Teppichböden haben mich gestört. Ich finde Böden, die man wischen kann, immer hygienischer. Das Abendbuffet bot nicht so eine große Auswahl, dafür ließ das Frühstücksbuffet keine Wünsche offen.

Der Abend endete gemütlich bei Buffet, Wein und netten Gesprächen.

Tag 2: Quedlinburg entdecken

Heute blieb der Bus stehen – wir erkundeten die Weltkulturerbe-Stadt Quedlinburg zu Fuß. Der örtliche Stadtführer machte alles richtig: mit Herz und Humor führte er uns durch die Gassen, erzählte Anekdoten und ließ uns die Stadt wirklich erleben. So hätte ich mir das in Portugal gewünscht!

Wir sahen die wunderschön restaurierten Fachwerkhäuser, das rote Rathaus, geschmückt mit Weinlaub und Geranien.
Zur Mittagspause kehrten wir in die Brauerei Lüdde ein – ein kühles Bier und ein kleiner Snack, perfekt.

Am Nachmittag besichtigten wir die Stiftskirche St. Servatius auf dem Schlossberg mit ihrem berühmten Domschatz. Bevor wir sie allerdings besichtigen konnten, mussten wir in Summe 97 Treppen bis ganz nach oben hochsteigen. Die Belohnung war ein schöner Blick über Quedlinburg und dem Garten. Die Grabstätte von Heinrich I. ist leer – bis heute weiß man nicht, wo seine Gebeine liegen.

Zur Kaffeepause gönnte ich mir im Käsekuchen-Café ein Stück „Heidelbeer-Buttermilch-Käsekuchen“ – köstlich! In diesem Café bieten sie 153 Varianten von Käsekuchen an! Natürlich nicht jeden Tag, alle Sorten.

Am Abend ließen wir den Tag wieder gemütlich im Hotel ausklingen.

Tag 3: Quedlinburg → Halberstadt → Möhrendorf

Um 9.30 Uhr ging es weiter Richtung Halberstadt. Erster Stopp: Harzer Glashütte Derenburg – interessante Führung zur Glasherstellung. Dann Mittagspause und anschließend die letzte romanische Station unserer Reise: der Halberstädter Dom St. Stephanus und St. Sixtus.

Auch hier ein begeisterter Kirchenführer mit Herz und Humor – 1,5 Stunden, die wie im Flug vergingen. Wir erfuhren so viel über die Geschichte des Domes und seinem Schatz, wer wann dort regierte oder wie die Menschen lebten. Noch ein kurzer Blick in den Museumsshop, dann hieß es schon Abschied nehmen.

Um 16.00 Uhr Abfahrt nach Hause – gegen 21.00 Uhr setzte uns Fatih wieder sicher in Möhrendorf ab.

PRO – was mir GUT gefallen hat:

  • Hervorragende Organisation durch Conny Steigleder, bestens recherchierte Führungen

  • Kleine, harmonische Gruppe (25 Teilnehmer)

  • Sehr angenehme Atmosphäre, weil sich viele bereits kannten

  • Kompetente und unterhaltsame Stadtführer

  • Komfortabler Reisebus mit sicherem Fahrer

  • Schönes Hotel mit gutem Frühstück

  • Kultur und Geschichte hautnah, ohne Stress

CONTRA – was mir NICHT gefallen hat:

  • In der Stiftskirche Gernrode zusätzliche Gebühren fürs Fotografieren und Toilettenbenutzung, trotz Eintritt

  • In der Harzer Glashütte ebenfalls Eintritt, Parkgebühr und Toilettengebühr – nicht besonders gastfreundlich

Sabines Tipp:

Wenn ihr Kultur liebt und nicht allein reisen möchtet, schaut euch mal solche Vereinsreisen an – sie sind ideal für Frauen (und Männer), die Gemeinschaft und Komfort schätzen.

Unsere Reiseleiterin Cony Steigleder veranstaltet Frauenreisen, die für alleinreisende Frauen ein absoluter Geheimtipp sind: Frauenreisen mit Conny Steigleder

Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben

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Portugal im Laufschritt

Portugal im Laufschritt

Meine Rundreise von der Algarve bis Porto

Portugal lässt mich einfach nicht los. Nachdem ich im letzten Jahr schon die Algarve bereist hatte, wollte ich diesmal mehr sehen – von der südlichsten Spitze bis in den Norden, von Albufeira über Lissabon bis nach Porto. Also habe ich wieder bei der Firma Klemm gebucht, in der Hoffnung, dass diese Reise genauso schön und entspannt wird wie meine erste.

Aber – wie so oft im Leben – kam es ein bisschen anders.

Die Route klang traumhaft: Sonne, Meer, Geschichte, Kultur, Wein und das Douro-Tal. Und ja, all das habe ich gesehen – aber im wahrsten Sinne des Wortes im Schnelldurchlauf. Unsere Gruppe bestand aus 38 Teilnehmern, und das hat man an jeder Ecke gemerkt: beim Stadtbummel, beim Essen, beim Einsteigen in den Bus. Die Reiseleiterin hatte es sicher nicht leicht, wir mit ihr jedoch auch nicht… Statt portugiesischem Lebensgefühl gab’s oft straffes Timing. Natürlich habe ich dennoch viele Fotos gemacht, die du in meinen ausführlichen Reisebericht entdecken kannst.

Trotzdem: Portugal hat mich wieder verzaubert.


Die Küste an der Algarve, die Brise am Cabo de São Vicente, die bunten Gassen von Lissabon, das elegante Cascais, die stillen Klöster von Alcobaça und Batalha, das vibrierende Porto und schließlich die herrliche Schifffahrt auf dem Douro – sie alle haben ihren eigenen Zauber. Besonders der Norden, mit seiner herbstlichen Sonne, dem Portwein und den sanften Hügeln voller Weinreben, war ein wunderschöner Abschluss.

Auch kulinarisch wurde ich nicht enttäuscht: fangfrischer Fisch, kräftiger Kaffee, süße Pastéis de Nata und ein Glas kühler Vinho Verde – Portugal weiß, wie man genießt.

Und nun bin ich sogar
zertifizierte Algarvereisende!

Was bleibt also von dieser Rundreise?
Viele Eindrücke, viele Kilometer, viele Geschichten – und die Erkenntnis, dass ich beim nächsten Mal lieber in kleinerer Gruppe unterwegs bin, mit mehr Zeit, um zu schauen, zu schmecken und zu spüren.

Portugal ist einfach zu schön, um es im Laufschritt zu erleben.

Den ausführlichen Bericht mit allen Etappen, Tipps und Bewertungen findest du hier:

Kurztrip nach Stuttgart

Kurztrip nach Stuttgart

Zwischen Zollkonfernz und Kultur: Mein Kurztrip nach Stuttgart

Ich fuhr für die Zolltagung „Zollwärts“ nach Stuttgart, die Hauptstadt Baden-Württembergs.

Nach einer angenehmen Zugfahrt im IC durchgehend von Erlangen nach Stuttgart erreichte ich pünktlich am frühen Nachmittag den Hauptbahnhof Stuttgart. Es geschehen bei der Bahn noch „Zeichen und Wunder“. Der Bahnhof ist durch die Riesenbaustelle „Stuttgart 21“ geprägt. Man läuft auf einer großen Rampe barrierefrei bis runter in die U-Bahn oder in die Stadt. Es gibt auch einen Shuttle-Service für Fahrgäste, wie am Flughafen Frankfurt. Stuttgart hat ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz und die Preise sind annehmbar, die Tageskarte kostet für den Stadtbereich EUR 7,–. Mein Hotel das „Premiere Inn“ lag direkt an der U-Bahn-Haltestelle und günstig zum Tagungsort, der „Wagenhalle Stuttgart“.

Kleiner Nachmittagsspaziergang

Am Nachmittag spazierte ich durch die Innenstadt und konnte einige Sehenswürdigkeiten, wie das Schloss, die Kanzlei und Kirchen von außen bewundern. Die Markthalle habe ich mir auch von innen angesehen, schöne Marktstände mit allerlei kulinarischen Verführungen. Auch das Geschäft Merz und Bensing lädt zum Bummeln ein, an den viele schöne Dekorationsgegenstände, allerdings in gehobener Preiseklasse, konnte ich mich sattsehen.

Weiter ging der Stadtbummel und die zahlreichen Cafés und kleinen Bäckereien luden zum Verweilen ein. Das habe ich natürlich angenommen und mir eine gute Tasse Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen gegönnt. Den Abend habe ich mit einer Bekannten ausklingen lassen, ebenfalls mit leckerem Essen und einem lokalen Wein.

Zollwärts – das neue Tagungsformat

Die Zolltagung am nächsten Tag war für mich ein erfrischend neues Format, dass uns die etwas schweren und trockenen Zollthemen mit tollen Vorträgen, Panels, Musik und sogar mit Stand-Up Comedians nahegebracht hat. Ganz besonders wertvoll waren die vielen Gespräche mit Gleichgesinnten. Ich glaube, einige Kontakte werden auch weiterhin bestehen bleiben. Der Tag wurde auch kulinarisch begleitet, am Abend gab es ein sehr leckeres Buffet, Getränke und gute Musik. Ein rundum schöner Tagungstag!

Fazit:

Leider hieß es für mich am nächsten Tag schon wieder Abschied nehmen von Stuttgart, das so viel mehr zu bieten hat, als ich sehen konnte, z. B. für Kulturinteressierte eine breite Palette an Museen, wie das Mercedes-Benz Museum, das nicht nur für Autoliebhaber spannend ist. Auch die Staatsgalerie lohnt einen Besuch: Hier findet man Werke berühmter Künstler von der Klassik bis zur Moderne.

Auch Stuttgarts grüne Seite konnte ich nicht genießen, den Schlossgarten, der sich vom Hauptbahnhof bis zum Neckar zieht, oder den Rosensteinpark mit seinem Schloss und Botanischen Garten. Negativ an Stuttgart sind mir die vielen Baustellen in der Stadt aufgefallen, nicht nur die riesige Bahnhof-Baustelle, sondern auch in der Stadt werden viele Häuser, Straßen und Plätze modernisiert, das stört leider sehr, denn man ist ständig damit beschäftigt, die Straßenseite zu wechseln, um den Baustellen auszuweichen. Das ist aber auch ein Argument noch mal wieder zu kommen, wenn die Stadt in neuem und alten Glanz erstrahlt.

Übrigens, die Rückfahrt im IC lief dann nicht so glatt, aber Schwamm drüber. 

Mein persönliches Fazit:

  • ✅ Architektur & Atmosphäre: ein Besuch wert

  • ✅ Öffentlicher Nahverkehr: praktisch und kostengünstig

  • ❌ Die vielen Baustellen in Stuttgart

  • ❌ Die Bahn wie immer ein Wackelkandidat

  • ✅ Leckeres Essen überall

  • ✅ Schöne Zolltagung

Wenn Du also überlegst, Stuttgart zu besuchen: Die Stadt lohnt sich, aber man muss ein bisschen Hürdenlaufen.

Kurztrip nach Sangerhausen

Kurztrip nach Sangerhausen

Mit dem E-Auto zu Europas größter Rosensammlung

Diesmal war ich nicht mit dem Zug oder dem Flieger unterwegs, sondern habe mich hinter das Steuer meines E-Autos gesetzt. Ziel: Sangerhausen in Sachsen-Anhalt – und damit das berühmte Europa-Rosarium, das größte Rosarium der Welt!

Viele Frauen erzählen mir ja, dass sie sich längere Fahrten mit dem Auto nicht mehr zutrauen. Und ja – ich verstehe das gut: Unübersichtliche Innenstädte, dichte Autobahnen oder Dunkelfahrten im Winter? Da bin ich auch raus. Aber an diesem sonnigen Frühlingstag war alles perfekt: freie Fahrt über die A73 und A71, die Sonne im Rücken, ein kurzer Lade- und Toilettenstopp, und schon war ich in drei Stunden vor Ort.

Rosen, soweit das Auge reicht

Das Europa-Rosarium in Sangerhausen hat es wirklich in sich – über 8.700 verschiedene Rosensorten und -arten, mehr als 80.000 Rosensträucher auf 13 Hektar Fläche! Wenn Du also – wie ich – Deinen Garten mit einer neuen Kletter- oder Strauchrose aufhübschen möchtest, bist Du hier goldrichtig. Ich wollte mir die Sorten in Natura anschauen – denn ein Rosenfoto im Katalog sagt halt doch nicht alles.

Mein Eindruck: Für deutsche Verhältnisse wirklich schön angelegt – gepflegt, übersichtlich, informativ. Aber: Wenn Du, wie ich, schon englische Gartenanlagen wie Wisley oder Sissinghurst erlebt hast, wirst Du diesen Park vielleicht als ein wenig… nun ja, „funktional“ empfinden. Es sind halt wirklich hauptsächlich Rosen.

Übernachtung im Rosenhotel

Ich habe im Rosenhotel Sangerhausen übernachtet. Der Name klingt nach Blütenzauber und Gartenduft – in Wirklichkeit liegt das Hotel in einem Gewerbegebiet mit Blick auf Plattenbauten. Aber: Die Zimmer sind groß, sauber und zweckmäßig, das Essen im Restaurant gut und das Personal war freundlich – was man in Sangerhausen nicht immer behaupten kann.

Innenstadt mit Luft nach oben

Im Rosarium empfiehlt man übrigens den Besuch der Innenstadt. Warum, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Zwei schöne Kirchen und ein netter Marktplatz – ja. Aber kein schöner Laden, keine netten Boutiquen, keine Wollgeschäfte, keine Gartenaccessoires. Es gibt ein paar Cafés und Eisdielen, aber das war’s dann auch.

Tipp am Rande:

Parken am Nordparkplatz ist kostenlos, während man am Südparkplatz 1,50 € pro Stunde zahlt. Mit der App „EasyPark“ gibt’s an beiden Standorten übrigens einen kleinen Rabatt.

Fazit: Autofahren kann auch mal wieder Spaß machen

Die Rückfahrt verlief genauso reibungslos. Und ich muss sagen – beim Gepäcktransport ist das Auto einfach unschlagbar! Vielleicht sollte ich wirklich öfter auf vier Rädern reisen.

Und was die Rosen betrifft: Ich habe mir einige Sorten vorgemerkt – aber die bestelle ich im Herbst wurzelnackt, dann sind sie günstiger und die Anwachsrate deutlich besser. Mehr dazu bald auf meinem Gartenblog.

Kurztrip Lissabon

Kurztrip Lissabon

Zwischen Konferenzraum und Kopfsteinpflaster: Mein Kurztrip nach Lissabon

Manchmal ist man beruflich unterwegs – und schafft es trotzdem, ein kleines bisschen Reisegefühl einzufangen. So ging es mir bei meinem Kurzbesuch in Lissabon im Mai 2025. Zwar stand die Arbeit im Vordergrund, aber ein paar Eindrücke von der portugiesischen Hauptstadt konnte ich dennoch sammeln. Und ich kann sagen: Lissabon hat Stil, Charakter – und einige Herausforderungen.

Lufthansa und der berüchtigte Außenstellplatz

Fangen wir vorne an: mit der Lufthansa. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich war erneut enttäuscht. Egal, von welchem Flughafen man startet oder landet – man wird zuverlässig an einer Außenposition abgestellt. Der sogenannte Service reduziert sich mittlerweile auf „Kaffee für 3,70 €“ und freundlich gemeintes Blabla. In Frankfurt bedeutete das: 5 Minuten Umsteigezeit, aber kein Bus, keine Treppe, nichts. Und wenn man dann auch noch von Flugsteig B zu A muss, kann das stressig werden – ganz besonders mit viel Betrieb am Flughafen.

👉 Tipp: Wer in Frankfurt umsteigt und nicht gut zu Fuß ist, sollte unbedingt vorab den Mobilitätsservice des Flughafens buchen. Das kann viel Stress ersparen.

Ankommen und Durchatmen in Lissabon

Lissabon selbst ist wunderschön, keine Frage. Besonders die typischen Bürgersteigpflaster in kunstvollen Mosaiken und die charmanten Fassaden haben mich sofort begeistert. Allerdings: Der Zustand der Gehwege lässt stellenweise zu wünschen übrig. Und wenn Du mit Rollkoffer, Gehhilfe oder schwachen Knien unterwegs bist, kann es mühsam werden.

Ich habe das Tagesticket für 7 € getestet – es lohnt sich. Die U-Bahnen sind zwar etwas in die Jahre gekommen (laut, ratternd und etwas rumpelig), aber zuverlässig und mit guter Taktung. Auch die Busse sind schnell, aber durch die Spurrillen ist das Sitzen sehr zu empfehlen. Insgesamt: Das Nahverkehrsnetz bringt Dich zügig überall hin – ein Pluspunkt.

Charmante Altstadt und aufdringliche Händler

Ein kleiner Spaziergang entlang des Tejo war für mich der schönste Moment meines Aufenthalts. Aber auch hier: viele fliegende Händler, die einem permanent Souvenirs oder Restaurantbesuche aufschwatzen wollen. Wenn Du wie ich gerne erstmal in Ruhe die Speisekarte studierst, kann das anstrengend sein. Preislich liegt Lissabon übrigens auf deutschem Niveau – ganz anders als z. B. an der Algarve. Und das bei deutlich niedrigeren Durchschnittseinkommen… ich frage mich ehrlich, wie die Menschen dort über die Runden kommen.

Kulinarisch gibt es jedoch nichts zu meckern: Von Streetfood bis zum Abendessen mit Kollegen – das Essen war immer lecker, egal wo. Besonders überrascht war ich vom Foodcourt in einem Shoppingcenter – einfach, preiswert und sehr schmackhaft.

Mein Hotel: Zenit Lisboa

Das Hotel Zenit liegt etwas außerhalb im Viertel Avenida 5 de Outubro, etwa 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Die U-Bahnstation Saldanha ist in der Nähe, mit einmal Umsteigen kommt man bequem ins Zentrum – oder läuft die etwa 40 Minuten zu Fuß durch eine interessante Strecke vorbei am Kreisverkehr Marques de Pombal und der Shoppingmeile Avenida da Liberdade. Das Hotel selbst: älter, aber gepflegt. Einziger Minuspunkt: extrem hellhörige Wände. Wer wie ich morgens um 4:30 Uhr aufbrechen muss, macht sich damit ungewollt viele neue Bekanntschaften…

Flughafen Lissabon: Groß, aber angenehm

Der Rückflug war früh – aber der Flughafen in Lissabon war überraschend entspannt, trotz vieler Reisender. Es gibt schöne Cafés, gute Shops und – was mir erst später auffiel – keine Durchsagen. Das macht es angenehm ruhig, aber Du solltest die Uhr im Auge behalten, denn die Wege zu den Gates sind lang und es gibt keine Rollbänder. Frühzeitig losgehen ist also Pflicht!

Fazit:

Lissabon ist definitiv sehenswert, wenn auch mit Einschränkungen. Für mich persönlich war es kein „Wow!“-Moment wie in manch anderen Städten, aber ich würde gerne bei Gelegenheit noch mal wiederkommen – vielleicht mit mehr Freizeit und weniger Berufsalltag.

Mein persönliches Fazit:

  • ✅ Architektur & Atmosphäre: sehr charmant

  • ✅ Öffentlicher Nahverkehr: praktisch, wenn auch etwas rumpelig

  • ❌ Aufdringlichkeit in Touristenzonen

  • ❌ Lufthansa bleibt für mich weiterhin keine Empfehlung

  • ✅ Leckeres Essen überall

  • ✅ Flughafen Lissabon: groß, aber angenehm ruhig

Wenn Du also überlegst, Lissabon zu besuchen: Plane genügend Zeit ein, sei flexibel – und schau Dir die Stadt am besten mit einem etwas entspannteren Zeitplan an als ich es konnte. Es lohnt sich.

Mehr Eindrücke und Tipps für Portugal findest Du auch in meinem Reisebericht zur Algarve – dort ist es nicht nur wärmer, sondern auch günstiger und (noch) entspannter: Weiterlesen